12 February 2026, 00:26

Zwei Brüder kämpfen in Dortmund um Gerechtigkeit und eine Zukunft ohne Papiere

Eine Gruppe deutscher Gefangener in Frankreich, die Waffen haltend auf dem Boden stehen, mit Bäumen, Häusern und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Zwei Brüder kämpfen in Dortmund um Gerechtigkeit und eine Zukunft ohne Papiere

Zwei Brüder, die nach Dortmund kamen, um Gerechtigkeit für ihren verstorbenen Bruder zu suchen, stehen nun vor einer ungewissen Zukunft in Deutschland. Sidy und Lassana Dramé reisten vor zwei Jahren in die Stadt, nachdem ihr Bruder Mouhamed bei einem Polizeieinsatz getötet worden war. Ihre Aufenthaltsgenehmigungen sind inzwischen abgelaufen, sodass sie trotz ihres Engagements in lokalen Gemeinschaftsprojekten nicht legal arbeiten dürfen.

Ein wachsendes Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Gruppen, Politikern und Juristen fordert die Stadt nun auf, den Brüdern aus humanitären Gründen langfristige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse zu erteilen.

Mouhamed Dramé starb im Juni 2022 bei einem Polizeieinsatz im Dortmunder Nordstadtviertel. Seine Brüder Sidy und Lassana reisten aus dem Senegal an, um den Rechtsfall zu unterstützen. Im Dezember 2024 sprach das Landgericht Dortmund die beteiligten Beamten frei und urteilte, der Schütze habe in einem entschuldbaren Tatsachenirrtum gehandelt, da er angenommen habe, sich zu verteidigen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Familie Dramé legten gegen das Urteil Revision ein; das Revisionsverfahren liegt nun beim Bundesgerichtshof (BGH). Stand Anfang 2026 gibt es keine weiteren öffentlichen Angaben zum Zeitplan des Verfahrens.

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Seit zwei Jahren leben die Brüder in Dortmund, engagieren sich in lokalen Initiativen, können aber kein stabiles Einkommen erzielen. Sidy, ein 39-jähriger gelernter Schneider, leitet ehrenamtlich eine wöchentliche Nähwerkstatt. Der 26-jährige Lassana unterstützt einen ortsansässigen Künstler, darf aber ohne Genehmigung keine bezahlte Arbeit annehmen. Ihr aktueller rechtlicher Status hält sie in der Schwebe – abhängig von provisorischen Lösungen.

In einem offenen Brief, unterzeichnet von einem breiten Bündnis – darunter Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum –, wird "langfristige Sicherheit" für die Brüder gefordert. Rosenbaum argumentiert, die Dortmunder Stadtgesellschaft solle ihnen eine gesicherte Zukunft in der Stadt ermöglichen. Auch Jörg Stüdemann, Dortmunder Stadtkämmerer, unterstützt die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigungen und die Gewährung von Arbeitsrechten aus humanitären Gründen. Die Migrationsanwältin Claire Deery teilt diese Position und erklärt, das laufende Revisionsverfahren rechtfertige eine Verlängerung; zudem sollten die arbeitswilligen Brüder die Möglichkeit dazu erhalten.

Die Stadt hat inzwischen die Besonderheit des Falls anerkannt. Das Ausländeramt prüft nun, ob Sidy Dramé erstmals eine Arbeitserlaubnis erteilt werden kann, eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.

Ob die Brüder in Dortmund bleiben und sich legal selbst versorgen können, hängt nun von der Prüfung durch die Stadt ab. Bei einer Genehmigung würden die Papiere ihnen erlauben, zu arbeiten und ein stabiles Leben aufzubauen, während das Revisionsverfahren zum Tod von Mouhamed Dramé weiterläuft. Das Ergebnis wird zudem Maßstäbe setzen, wie lokale Behörden künftig mit ähnlichen Fällen umgehen, in denen humanitäre und rechtliche Aspekte eine Rolle spielen.