13 March 2026, 14:11

ZDK und ZVK im Machtkampf: Reformen spalten das Kfz-Handwerk tief

Ein altes deutsches Wertpapier mit blauem Rand und der Inschrift "Schweiz Wagons-Fabrik A.G."

ZDK und ZVK im Machtkampf: Reformen spalten das Kfz-Handwerk tief

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) treibt trotz wachsender Spannungen mit seinem Pendant, dem Zentralverband der Kfz-Handwerke (ZVK), weitreichende Reformen voran. Die im Januar eingeführten Änderungen zielen auf mehr Transparenz und eine bessere Abbildung der Branchenanforderungen ab. Doch der Schritt hat auch einen erbitterten Streit über Führung und Vertretung ausgelöst.

Die Umstrukturierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Verhältnis zwischen den beiden Verbänden einen kritischen Punkt erreicht hat. Vorwürfe gezielter Spaltung und konkurrierende Behauptungen, wer die Interessen der Werkstätten am besten vertritt, belasten die Beziehung zusätzlich.

Die neuen Satzungen des ZDK, die Anfang dieses Jahres verabschiedet wurden, sehen eine klare Trennung der Aktivitäten von denen des ZVK vor. Gemeinsames Personal in Gremien wird künftig nicht mehr zugelassen – ein radikaler Bruch mit früheren Gepflogenheiten. Verbandspräsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler begründen die Reformen als notwendig, um den Verband an die modernen Realitäten der Branche anzupassen.

Gleichzeitig führt der ZDK direkte Mitgliedschaftsoptionen für Werkstätten ein. Diese Maßnahme soll verhindern, dass Innungen ohne Unterstützung dastehen, falls sich ihre Landesverbände zurückziehen. Der Verband betont, dass zentrale Entscheidungen – einschließlich Personalernennungen – demokratisch bleiben und von der Mitgliederversammlung beschlossen werden.

Der ZVK lehnt die Änderungen hingegen kategorisch ab. Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün behauptet, nur seine Organisation könne die Interessen der Werkstätten glaubwürdig vertreten. Der ZDK wirft dem ZVK vor, die aktuelle Krise sei ein "bewusst herbeigeführtes Szenario", um eine dauerhafte Trennung zu erzwingen. Zwar hat der Streit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen viel von seiner rechtlichen Brisanz verloren, doch der grundsätzliche Konflikt zeigt keine Anzeichen einer Entspannung.

Peckruhn räumte zwar die Belastungen für die Betriebe ein, ließ aber die Tür für eine mögliche künftige Zusammenarbeit offen. Der ZDK plant zudem, in den betroffenen Regionen verstärkt Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Gründe und möglichen Folgen eines Austritts zu erläutern.

Die Reformen haben die Grenzen zwischen ZDK und ZVK neu gezogen: Die gemeinsame Führung ist beendet, direkte Mitgliedschaften für Werkstätten eingeführt. Die Betriebe stehen nun vor der Wahl zwischen den beiden Verbänden, wobei jede Seite behauptet, die bessere Vertretung zu bieten. Wie sich der Konflikt entwickelt, wird die Organisation des deutschen Kfz-Gewerbes in den kommenden Jahren prägen.

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