Willich schließt Kitas wegen sinkender Geburten und Haushaltsdrucks
Patrik WesackWillich schließt Kitas wegen sinkender Geburten und Haushaltsdrucks
Willich passt sein Kita-Angebot an sinkende Nachfrage und Haushaltszwänge an
Bis 2029 rechnet die Stadt mit einem Überschuss von 440 Betreuungsplätzen, bedingt durch rückläufige Geburtenzahlen. In den kommenden Jahren werden daher mehrere Einrichtungen geschlossen, verlegt oder an neue Träger übergeben.
Geplante Neubauten für zwei städtische Kitas wurden gestrichen – begründet mit geringerer Nachfrage und finanziellen Engpässen. Stattdessen sollen bestehende Angebote umstrukturiert werden, um sie besser an den aktuellen Bedarf anzupassen.
Die Kita Alperhof zieht in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um, wo eine neue Viergruppen-Einrichtung entstehen soll. Frühere Pläne für einen eigenständigen Neubau am bisherigen Standort wurden verworfen.
Die St.-Irmgardis-Kita schließt zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027. Ab 2027/2028 übernimmt die Villa Kunterbunt den Standort im Rahmen einer Anmietung und erweitert ihr Angebot. Die modernisierte Einrichtung wird dann Ganztagsbetreuung inklusive Mittagsverpflegung anbieten.
Das Brückenprojekt "Schatzkiste" des DRK wird bis zum 31. Juli 2026 geschlossen. Die AWO-Kita "Blaues Haus" in Schiefbahn erhält bis zum 31. Juli 2027 freiwillige Zuschüsse. Bis dahin sollen Gespräche mit dem Träger über eine mögliche Schließung geführt werden.
Demografischer Wandel prägt den Norden Willichs In Stadtteilen wie Anrath, Neersen und Scherpenberg spiegeln sich die bundesweiten Trends wider: Die Geburtenrate sank von etwa 12 Kindern pro 1.000 Einwohner in den 1990er-Jahren auf heute 8–9. Familien bekommen weniger Kinder, wobei Mütter ihr erstes Kind im Schnitt erst mit 30–32 Jahren bekommen. Auch die Ausweitung von Homeoffice-Möglichkeiten und die verbesserte Infrastruktur seit 2010 haben diese Entwicklung beeinflusst.
Ziel der Anpassungen ist es, das Betreuungsangebot bedarfsgerecht auszurichten und gleichzeitig mit begrenzten Ressourcen zu wirtschaften. Durch die Erweiterung der Villa Kunterbunt und den Umzug nach Reinershof entstehen modernisierte Einrichtungen mit aktualisierten Konzepten. Die Entscheidungen der Stadt folgen auf jahrelang sinkende Geburtenzahlen und veränderte Familienstrukturen in der Region.