28 January 2026, 02:15

Willich gedenkt der NS-Opfer mit bewegender Schülerinitiative gegen das Vergessen

Ein Feld rechteckiger Betonplatten in verschiedenen Höhen, die in einem Gittermuster angeordnet sind, unter einem grauen Himmel.

Willich gedenkt der NS-Opfer mit bewegender Schülerinitiative gegen das Vergessen

Feierliche Gedenkveranstaltung in Willich ehrt Opfer der NS-Verfolgung

In Willich fand eine würdevoll gestaltete Gedenkveranstaltung für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft statt, organisiert von Schülerinnen und Schülern sowie lokalen Verantwortungsträgern. Die Zusammenkunft vereinte Politiker, Pädagogen und Vertreter des öffentlichen Lebens, um sich mit der Geschichte und ihren aktuellen Bezügen auseinanderzusetzen. In ihren Reden warnten die Teilnehmer vor dem erstarkenden Antisemitismus und den Gefahren einer Verdrängung der Vergangenheit.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Veranstaltung begann mit einem Gebetsgottesdienst in der Schneekapelle, gefolgt von einer Kranzniederlegung am Willicher Holocaust-Mahnmal. Den Abschluss bildete eine Ausstellung im Pädagogischen Zentrum der Schule, wo die Besucher aufstellbare Roll-ups mit den Schicksalen der ermordeten jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Willich studieren konnten. Jedes Banner trug das talmudische Zitat "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist" und nannte lokale Opfer wie Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach sowie Chaim Werner Rübsteck.

Schüler der 10. und 13. Jahrgangsstufe hatten das Projekt federführend gestaltet – von der Recherche bis zur Gestaltung der Banner. Ihre Arbeit bildete den Mittelpunkt der Gedenkfeier, die auf Initiative der Historikerin Dr. Maria Schmidt in Zusammenarbeit mit Willichs Bürgermeister Ulrich Scholten entstanden war. Zu den Rednern zählte Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, der die Befreiung Auschwitz-Birkeneaus mit dem heutigen Wiedererstarken antisemitischer Tendenzen verband. Er rief die Jugendlichen dazu auf, kritisch zu denken und Verantwortung zu übernehmen, und warnte, dass Hass oft leise beginnt. Bürgermeister Christian Pakusch verurteilte rechtsextreme Versuche, den Holocaust zu verharmlosen, und äußerte Besorgnis über aktuelle politische Entwicklungen in den USA. Schulleiterin Andrea Großkraumbach betonte, dass Bildung Werte vermitteln und Rassismus, Antisemitismus sowie Menschenfeindlichkeit entgegenwirken müsse. Den Abschluss bildete ein Auftritt von Marc Riedl, der Bodo Wartkes "Das Land, in dem ich leben will" sang und dafür begeisterten Applaus des sichtlich berührten Publikums erhielt.

Die Gedenkveranstaltung unterstrich die Bedeutung des Erinnerns und des aktiven Widerstands gegen Hass. Schüler, lokale Verantwortungsträger und Bürger bekräftigten ihr Engagement, das Andenken an die NS-Opfer wachzuhalten. Die Banner und Reden dienten zugleich als Mahnung, gegen die erneute Verbreitung von Vorurteilen in der heutigen Gesellschaft wachsam zu bleiben.