Wiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuchern und künstlerischen Höhenflügen
Tom GießWiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuchern und künstlerischen Höhenflügen
Die Wiener Festwochen feierten ihr 75-jähriges Jubiläum mit Höhen und Tiefen
Unter der Leitung von Milo Rau verzeichnete das Festival Rekordbesucherzahlen, doch nicht alle Inszenierungen überzeugten gleichermaßen. Das Programm bot eine breite Palette an Theater – von spektakulären Großproduktionen bis hin zu partizipativen Stücken.
Rau setzte mit seiner Inszenierung Republik der Götter einen Höhepunkt zum Jubiläum und bezeichnete sie als das „größte Stück aller Zeiten“. Die fünfwöchige Produktion trug zu einem Besucherrekord von über 196.000 Gästen bei. Zudem löste Rau mit Kontroversen um Persönlichkeiten wie Peter Thiel und Braco gesellschaftspolitische Debatten aus.
Besonders gelobt wurden mehrere Produktionen: Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben zählte zu den Glanzpunkten. Auch Thorsten Lensings Tanzende Idioten und Brigitta Muntendorfs Der Tag davor fanden großen Anklang. Patti Smiths Auftritte, darunter Mythen des Alltags und Pfingstspiel, bereicherten das Festival um weitere unvergessliche Momente.
Nicht alle Inszenierungen trafen jedoch den Geschmack des Publikums: Susanne Kennedys Parsifal und Nestervals Adaption des Nibelungen-Epos enttäuschten. Den Abschluss bildete das interaktive Stück Turn der Gob Squad, das Teil des partizipativen Programms war. Insgesamt bewerteten Kritiker das Festival mit drei von fünf Sternen.
Ein Festival der Rekorde und künstlerischen Widersprüche Die Wiener Festwochen vereinten eine noch nie dagewesene Besucherresonanz mit künstlerisch durchwachsenen Ergebnissen. Rau prägte mit seinen ambitionierten Produktionen und brisanten Debatten den gesellschaftspolitischen Diskurs. Die Mischung aus gefeierten Aufführungen und verpassten Chancen bestimmte das diesjährige Programm.
