22 December 2025, 02:57

Wie läuft der Haushalt, was muss sich verbessern? Die Stadt Mönchengladbach im Fokus von gpaNRW

Eine Stadtansicht mit Gebäuden, Bäumen, Pfählen, Straßen, Fahrzeugen und Himmel.

Wie läuft der Haushalt, was muss sich verbessern? Die Stadt Mönchengladbach im Fokus von gpaNRW

Wie steht es um den Haushalt, was muss besser werden?Mönchengladbach im Fokus der gpaNRW-Prüfung

Im Rahmen der regelmäßigen Kommunalprüfungen in Nordrhein-Westfalen durch die Gemeinschaftsprüfungsanstalt NRW (gpaNRW) wurden die Prüfergebnisse und die analysierte Haushaltslage dem Stadtrat von Mönchengladbach vorgestellt.

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20. Dezember 2025, 10:23 Uhr

Mönchengladbach steht vor schwierigen finanziellen Weichenstellungen: Steigende Kosten und Altlasten aus der Vergangenheit gefährden die Haushaltsstabilität der Stadt. Trotz solider Jahresergebnisse zwischen 2019 und 2023 muss die Kommune nun bis Ende 2025 über 100 Millionen Euro an pandemie- und kriegsbedingten Schulden bewältigen. Experten warnen: Ohne Gegenmaßnahmen könnten die Rücklagen bis 2028 aufgebraucht sein – mit kaum noch Spielraum für zukünftige Investitionen oder öffentliche Leistungen.

Zwar verzeichnete Mönchengladbach in den Jahren 2019 bis 2023 durchgehend positive Haushaltsabschlüsse und schnitt damit besser ab als viele andere kreisfreie Städte in NRW. Doch trotz hoher Bewilligungen für Investitionen wurden in diesem Zeitraum nur etwa 30 Prozent der bereitgestellten Mittel tatsächlich abgerufen.

Nun lastet eine wachsende Finanzbelastung auf der Stadt: Steigende Zinsen, höhere Personalkosten und eine stagnierende Wirtschaftsentwicklung setzen den Haushalt unter Druck. Gleichzeitig erfordert das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 mehr als eine Verdopplung der aktuellen Ausgaben für kommunale Gebäude. Stadtkämmerer Ulrich Cyprian schlägt vor, die Ausgleichsrücklage und die allgemeine Rücklage einzusetzen, um die über 100 Millionen Euro an pandemie- und kriegsbedingten Schulden zu tilgen. Verbleibende Fehlbeträge müssten über mehrere Jahre abgebaut werden.

Erste Schritte in Richtung Nachhaltigkeit hat die Stadt bereits unternommen, indem sie allgemeine Ziele und Leistungsindikatoren in den Haushalt integriert hat. Eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie – mit klaren Vorgaben für Gesundheitsversorgung und ÖPNV – fehlt jedoch noch. Zwar hat sich die IT-Steuerung verbessert, doch bestehen weiterhin Lücken in den Bereichen Controlling, Lizenzmanagement und Prozessstandardisierung. Die Mittel für das Krisenmanagement wurden seit 2023 aufgestockt, doch eine detaillierte Risikoanalyse mit fundierter Strategie steht noch aus.

Angesichts der anstehenden Kommunalwahlen wartet die Verwaltung nun auf politische Vorgaben. Ein Haushaltssicherungskonzept für 2026 sowie eine mittelfristige Finanzplanung müssen zügig beschlossen werden, um eine weitere Verschärfung der Lage zu verhindern. Ohne diese Maßnahmen droht die Stadt bis 2028 komplett ihre Rücklagen zu verlieren.

Die finanzielle Zukunft Mönchengladbachs entscheidet sich in den kommenden zwei Jahren. Die Stadt muss Schuldenabbau, steigende Kosten und langfristige Nachhaltigkeitsziele unter einen Hut bringen – ohne dabei die Rücklagen vollständig aufzuzehren. Die Verwaltung hat mögliche Lösungsansätze skizziert, doch ihr Erfolg hängt von schnellen politischen Entscheidungen und einer strengeren Haushaltsdisziplin ab.