26 January 2026, 00:12

Wie ein 1000-jähriger Hof in Gütersloh durch Kreativität überlebt

Ein altes Buch mit einer Zeichnung einer Farmszene mit Häusern, Bäumen, Tieren, Menschen und einem Wagen.

Wie ein 1000-jähriger Hof in Gütersloh durch Kreativität überlebt

Friedrich Wilhelm Haver-Rassfeld verleiht seinem 1.000 Jahre alten Familienhof in Gütersloh einen neuen Sinn. Angesichts der finanziellen Schwierigkeiten der traditionellen Landwirtschaft hat er jahrelang über die Zukunft des Anwesens nachgedacht. Seine Bemühungen haben aus alten Scheunen Büros gemacht, aus einem Schweinestall einen Laden und sogar aus einem Schafstall einen Veranstaltungsraum.

Das Projekt hat weit über die Hoftore hinaus Aufmerksamkeit erregt. Zuschauer und Mitlandwirte haben seinen Weg verfolgt, und viele sehen darin ein mögliches Vorbild, um kämpfende ländliche Betriebe zu retten.

Haver-Rassfeld übernahm den Geflügelhof in den 1980er-Jahren, doch bereits in den 1990er-Jahren wurde klar, dass herkömmliche Methoden sich nicht mehr rechneten. Die Kosten für den Betrieb des Anwesens – offiziell 1992 erworben – überstiegen die Einnahmen, was ihn dazu brachte, nach neuen Ideen zu suchen. Statt das Land aufzugeben, begannen er und seine Frau, die Gebäude umzufunktionieren.

Eine der auffälligsten Veränderungen ist die Restaurierung eines historischen Fachwerkhauses, das seinen Charme bewahrt hat und gleichzeitig nutzbar gemacht wurde. Der ehemalige Schweinestall dient nun als Hofladen, in dem regionale Produkte verkauft werden, während im Schafstall Hochzeiten und Gemeinschaftsveranstaltungen stattfinden. Ein Gästehaus und eine Mietwohnung wurden ebenfalls eingerichtet und sorgen für stetige Einnahmequellen.

Die Umgestaltung verlief nicht immer reibungslos. Bürokratische Hürden und finanzielle Belastungen bremsten den Fortschritt zeitweise aus. Doch die Resonanz der Öffentlichkeit war durchweg positiv. Online-Follower feuern ihn an, manche bezeichnen die Wiederbelebung des Hofs sogar als Rettungsanker für andere in ähnlicher Lage.

Für die Zukunft denkt Haver-Rassfeld sogar über einen Gemüsegarten nach. Kartoffeln, Zwiebeln und Tomaten könnten bald das Angebot des Hofs erweitern und die Produktion noch vielfältiger machen. Das Ziel bleibt einfach: den Hof am Leben zu halten, indem er sich modernen Anforderungen anpasst.

Die neue Ausrichtung des Betriebs hat bereits andere in der Branche inspiriert. Indem Haver-Rassfeld Tradition mit Pragmatismus verbindet, zeigt er, wie alte Höfe in einer sich wandelnden Wirtschaft überleben können. Der Hofladen, die Veranstaltungsräume und die geplanten Gemüsebeete bilden nun das Rückgrat eines Betriebs, der sich nicht einfach aufgeben will.

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