04 February 2026, 20:25

Warum nur jeder fünfte Mann zur Urologenvorsorge geht – und warum das riskant ist

Eine Animation des männlichen Fortpflanzungssystems mit einer Hand, die auf die Prostata zeigt und mit dem Text "Prostata-Operation" beschriftet.

Wann sollten Sie dringend einen Urologen aufsuchen - Warum nur jeder fünfte Mann zur Urologenvorsorge geht – und warum das riskant ist

Weniger als jeder fünfte Mann in Deutschland geht regelmäßig zur Urologenvorsorgeuntersuchung – das ergab eine Erhebung der Deutschen Krebshilfe. Viele verzichten aus Unbehagen, besonders wegen Untersuchungen wie der digitalen rektalen Tastuntersuchung. Doch Experten betonen: Frühzeitige Diagnosen sind entscheidend, um Krebs zu erkennen, bevor Symptome auftreten.

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Die Prostatakrebsvorsorge stützt sich heute vor allem auf PSA-Bluttests und nicht mehr allein auf körperliche Untersuchungen. Ärzte raten Männern, ab Mitte 40 erstmals einen PSA-Test durchführen zu lassen, um einen Referenzwert zu ermitteln. Dieser hilft, das persönliche Risiko einzuschätzen und den Turnus für Folgeuntersuchungen festzulegen.

Ein einzelner PSA-Wert reicht jedoch nicht aus, um das langfristige Risiko zu beurteilen. Liegt der Wert bei 1,5 oder darunter, kann die nächste Kontrolle nach fünf Jahren erfolgen. Bei Werten zwischen 1,5 und 3 sind alle zwei Jahre Nachsorgeuntersuchungen nötig. Steigt der PSA-Wert über 3 an – oder erhöht er sich rasant –, kann dies auf Prostatakrebs hindeuten.

Doch nicht nur die Prostata ist betroffen: Auch Tumore in Hoden, Blase oder Nieren können sich unbemerkt entwickeln. Regelmäßige Urologenkontrollen erhöhen die Chance auf frühe Entdeckung. Dennoch bleibt die Inanspruchnahme gering: 2019 nutzten nur 24,1 Prozent der Männer Vorsorgeangebote. Besonders vernachlässigt wird die Altersgruppe der 45- bis 49-Jährigen – obwohl die Erkrankungsraten in höheren Altersgruppen steigen.

Die aktuellen Daten zeigen eine deutliche Lücke in der Männergesundheitsvorsorge. Ohne routinemäßige Kontrollen bleiben Krebserkrankungen oft unentdeckt, bis sie schwerer behandelbar sind. Gesundheitsorganisationen werben weiterhin für flächendeckende Screenings, insbesondere bei Risikogruppen.