Volkstrauertag 2024: Wie eine Stadt der Opfer gedenkt und Verantwortung übernimmt
Tom GießVolkstrauertag 2024: Wie eine Stadt der Opfer gedenkt und Verantwortung übernimmt
Volkstrauertag in Deutschland: Gedenken und Verantwortung
Am diesjährigen Volkstrauertag versammelten sich Bürgermeister Thomas Terhorst, rund 100 Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Amtsträger am Creiler Platz. Die Veranstaltung ehrte die Opfer von Kriegen, Gefangenschaft und tyrannischer Gewalt. Das diesjährige Motto "80 Jahre nach Kriegsende – Erinnern heißt Verantwortung übernehmen" prägte die nachdenkliche Atmosphäre der Feierstunde.
Die Gedenkveranstaltung begann mit einer Kranzniederlegung am Bonhoeffer-Denkmal vor dem Rathaus. Bürgermeister Terhorst und Benedikt Stelthove legten gemeinsam den Kranz nieder. In seiner Rede zitierte Terhorst den Philosophen George Santayana: "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Er rief die Anwesenden dazu auf, Frieden und Freiheit zu schätzen und sich ihrer politischen wie humanitären Verantwortung bewusst zu sein.
Anschließend sprach Stelthove und forderte die Teilnehmenden auf, die Erinnerung wachzuhalten und den Mut anzuerkennen, der nötig ist, um sich dem Leid der Vergangenheit zu stellen. Er gedachte der Soldaten, Zivilisten und Flüchtlinge, die in Konflikten oder unter Unterdrückung ihr Leben verloren. Ein musikalischer Beitrag der Saxophonistin Rebecca Hoppe, die Stücke wie "Jerusalem" und "Bleib bei mir" spielte, rundete die Feier ab.
Persönliche Berichte verleihen der Veranstaltung Tiefe: Jugendbeauftragter René Vadder schilderte die ergreifende Erfahrung, denselben Weg zu gehen, auf dem Gefangene einst täglich marschieren mussten. Mitglieder der Jugendfeuerwehr Marl-Lenkerbeck berichteten von ihrem Besuch der Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg und betonten, wie wichtig es ist, Geschichte unmittelbar zu erleben.
Die Veranstaltung endete mit einem erneuten Appell, sich zu erinnern und Verantwortung zu tragen. Reden, Musik und persönliche Reflexionen unterstrichen die Notwendigkeit, die Opfer zu ehren und sich für den Frieden einzusetzen. Organisatoren und Teilnehmende verließen die Feier mit dem gemeinsamen Bekenntnis, die Lehren der Vergangenheit zu bewahren.
