15 March 2026, 20:18

Viersen steht vor der Pleite: 39 Millionen Euro Defizit bis 2026 drohen

Eine Liniengrafik, die das Interesse der Staatsschuld seit der Revolution zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Informationen bereitstellt.

Viersen steht vor der Pleite: 39 Millionen Euro Defizit bis 2026 drohen

Viersen steuert auf eine finanzielle Krise zu: Bis 2026 droht ein Haushaltsdefizit von 39 Millionen Euro. Die Stadtkasse steht unter massivem Druck – ohne grundlegende Kurskorrekturen könnte Viersen bereits 2031 insolvent sein. Steigende Ausgaben, vor allem im Bereich der Jugendhilfe und bei den Kreisumlagen, treiben die jährlichen Fehlbeträge bis mindestens 2029 auf 25 bis 35 Millionen Euro in die Höhe.

Die finanziellen Probleme der Stadt haben ihre Ursache in drastisch gestiegenen Ausgaben. Die Kosten für Jugendhilfe und die verpflichtenden Zahlungen an den Kreis belasten den Haushalt schwer. Viersen erhebt bereits jetzt die zweit höchsten Gewerbesteuer-Hebesätze für nicht-wohnliche Gebäude im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Niederrhein – Spielraum für weitere Erhöhungen gibt es kaum.

Die IHK lehnt Pläne für Steuererhöhungen im Entwurf des Haushalts 2027 entschieden ab. Besonders höhere Gewerbesteuern würden die Wettbewerbsfähigkeit Viersens schwächen, warnt die Kammer. Stattdessen setzt sie sich für die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete ein, um steuerzahlende Unternehmen anzulocken.

Die IHK unterstützt zwar den freiwilligen Konsolidierungskurs der Stadt, warnt jedoch vor weiter steigenden Personalkosten. Um die Ausgaben zu senken, empfiehlt die Kammer eine intensivere kommunale Zusammenarbeit. Gemeinsame Dienstleistungen und schlankere Verwaltungsstrukturen könnten die finanzielle Belastung verringern – ohne dass Steuererhöhungen nötig wären.

Ohne tiefgreifende Reformen werden die jährlichen Defizite in Viersen bestehen bleiben und die Stadt bis zum Ende des Jahrzehnts in die Insolvenz treiben. Die Vorschläge der IHK zielen auf Kostenteilung zwischen den Kommunen und die Erweiterung von Gewerbegebieten ab. Nun muss die Stadt entscheiden, ob sie diesen Empfehlungen folgt oder eine weitere Verschärfung der Haushaltskrise riskiert.

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