04 February 2026, 12:11

USA übernehmen Tanquid: Warum dieser Deal Deutschland spaltet

Das Brandenburgische Tor in Berlin, Deutschland, mit einem gelben Schild, das "Öl und Gas Krieg" liest, Gebäuden, Polen, Lichtern, einer Statue und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

USA übernehmen Tanquid: Warum dieser Deal Deutschland spaltet

USA: Verkauf des größten deutschen Tanklagerbetreibers Tanquid an Sunoco genehmigt

Der Verkauf des größten deutschen Tanklagerbetreibers Tanquid an das US-Energieunternehmen Sunoco wurde vom Wirtschaftsministerium genehmigt – allerdings nur unter strengen Auflagen. Kritiker, darunter der grüne Bundestagsabgeordnete Michael Kellner, äußern Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit und der ausländischen Kontrolle über wichtige Infrastruktur.

Die Bundesregierung erteilte die Zustimmung zur Übernahme im Rahmen der Außenwirtschaftsverordnung. Als Teil der Vereinbarung muss Tanquid seinen 49-Prozent-Anteil an den Militärkerosin-Pipelines – die von Bundeswehr-Flugplätzen genutzt werden – zurück in staatlichen Besitz übertragen. Zivile Lagerstätten in Häfen wie Duisburg und Schwedt verbleiben jedoch unter der Kontrolle von Sunoco.

Sunoco ist eine Tochtergesellschaft von Energy Transfer, einem der größten US-Energiekonzerne. Dessen Vorstandsvorsitzender Kelcy Warren ist ein bekannter Unterstützer von Donald Trump und Spender der Make America Great Again-Bewegung. Diese politischen Verbindungen haben die Kritik von Oppositionspolitikern und Umweltschutzorganisationen weiter angeheizt.

Greenpeace warnte davor, kritische Energieinfrastruktur an ein von fossilen Brennstoffen abhängiges Unternehmen abzutreten. Das Wirtschaftsministerium betont hingegen, die Versorgungssicherheit sei nicht gefährdet. Kellner, der energiepolitische Sprecher der Grünen, argumentiert jedoch, der Deal biete nicht ausreichend Schutz für die langfristigen Interessen Deutschlands.

Der Verkauf markiert einen Wechsel in der Eigentumsstruktur des deutschen Öl-Lagernetzes. Zwar sicherte sich die Regierung die Kontrolle über die militärischen Pipelines, doch die zivilen Anlagen stehen nun unter US-Führung. Die Entscheidung hat eine Debatte über ausländischen Einfluss im europäischen Energiesektor und das Spannungsfeld zwischen Investitionen und nationaler Sicherheit ausgelöst.

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