22 January 2026, 08:23

Trump erhält doch den Friedensnobelpreis – dank einer überraschenden Geste

Schwarzes und weißes Magazin-Cover mit der Überschrift "Humoristische Liste", das einen Mann im Anzug mit ernster Miene und eine Frau zeigt, die wegsieht und leicht schmunzelt.

Guido Cantz: Trump lässt Satiriker alt aussehen - Trump erhält doch den Friedensnobelpreis – dank einer überraschenden Geste

Ein langjähriger Witz des Komikers Guido Cantz darüber, dass Donald Trump den Friedensnobelpreis gewinnen könnte, ist plötzlich Wirklichkeit geworden. Die unerwartete Wendung ergab sich, nachdem die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado ankündigte, ihren Nobelpreis 2026 mit dem ehemaligen US-Präsidenten teilen zu wollen. Cantz gibt nun zu, dass die Pointe nicht mehr lustig wirkt – weil sie tatsächlich eingetroffen ist.

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Jahre lang hatte Cantz Trumps Behauptungen, Kriege beendet und weltweiten Frieden gesichert zu haben, auf die Schippe genommen. In einer seiner Nummern malte er sich aus, wie sich der Ex-Präsident gewaltsam in die Riege der Nobelpreisträger drängen würde. Doch Anfang Januar 2026 – frisch mit dem Nobelpreis ausgezeichnet – schlug Machado vor, die Ehre mit Trump zu teilen. Zuerst äußerte sie die Idee am 5. Januar bei Fox News, dann überreichte sie ihm offiziell ihre Medaille im Weißen Haus.

Trump hatte den Preis schon lange begehrt. Er schrieb sogar an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre, um sich über seine Nichtberücksichtigung zu beschweren – trotz mehrfacher Nominierungen, darunter angeblich auch einer Initiative von Benjamin Netanyahu im Jahr 2025. Seine Behauptung, acht Kriege beendet zu haben, wurde zu einem Dauerbrenner für Komiker wie Cantz, der Trumps schnelle, oft widersprüchliche Aussagen kaum noch verfolgen konnte. Doch der Witz verlor schneller an Wirkung, als das Lachen verhallte. Wie Cantz feststellte, veralten Trump-Witze oft innerhalb von Tagen, überholt von der nächsten Schlagzeile. Diesmal aber überholte die Realität die Satire, bevor der Lacher überhaupt verklungen war.

Machados Nobelgeste hat aus einer satirischen Übertreibung eine Fußnote der politischen Geschichte gemacht. Die Medaille liegt nun bei Trump, der einst scherzte, er werde sie sich notfalls mit Gewalt nehmen. Für Komiker wie Cantz bleibt die Herausforderung bestehen: mit einer Person Schritt zu halten, deren Handlungen schneller sind als die Pointen, die man darüber machen könnte.