Thyssenkrupp Steel streicht 11.000 Jobs bis 2030 – IG Metall ringt um Sozialpaket
Marlene SeifertThyssenkrupp's Steel Unit Starts Tough Restructuring - Thyssenkrupp Steel streicht 11.000 Jobs bis 2030 – IG Metall ringt um Sozialpaket
Thyssenkrupp Steel steht vor einem tiefgreifenden Umbruch: Bis 2030 sollen 11.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Der Konzern hat sich mit der IG Metall auf ein Sozialpaket geeinigt, um den Wandel zu begleiten. Hintergrund sind sinkende Nachfrage und niedrige Stahlpreise in einem schwierigen Marktumfeld.
Laut Restrukturierungsplan wird die Belegschaft von Thyssenkrupp Steel von derzeit 27.000 auf 16.000 Mitarbeiter schrumpfen – ein Rückgang um fast 40 Prozent. Betroffen sind vor allem Standorte wie Duisburg. Gleichzeitig reduziert das Unternehmen seine Jahresproduktion von 11,5 Millionen Tonnen auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen.
Die Stellenstreichungen sollen durch freiwillige Aufhebungsverträge, Ausgliederungen einzelner Geschäftsbereiche und Personalabbau bei Tochtergesellschaften umgesetzt werden. Die IG Metall hat sich auf Abfindungsregelungen und betriebliche Anpassungen verständigt, um die Folgen für die Beschäftigten abzufedern. Der bestehende Tarifvertrag bleibt bis September 2030 in Kraft.
Im Rahmen der Neuausrichtung hat Thyssenkrupp Steel zudem seinen Liefervertrag mit der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) gekündigt – wirksam zum Ende des Jahres 2032. Die Umstrukturierung ist eng verknüpft mit dem schrittweisen Verkauf des Unternehmens an Jindal Steel International, beginnend mit einer 60-Prozent-Beteiligung an Thyssenkrupp Steel Europe. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auf dem europäischen Stahlmarkt langfristig zu sichern.
Die Vereinbarung mit der IG Metall soll sowohl den Beschäftigten als auch dem Unternehmen während der Transformationsphase Planungssicherheit geben. Thyssenkrupp Steel erwartet, durch die Restrukturierung bis 2030 seine Marktposition zu stärken. Die Arbeitsplatzabbau und Produktionskürzungen werden die Geschäftsaktivitäten in den kommenden Jahren grundlegend verändern.
