Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Direktreduktion in Duisburg
Tom GießThyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Direktreduktion in Duisburg
Thyssenkrupp baut in Duisburg seine Hochöfen um und setzt auf eine Direktreduktionsanlage (DRI) auf Wasserstoffbasis. Das Vorhaben soll die CO₂-Emissionen um bis zu 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr senken. Derzeit verursacht die deutsche Stahlindustrie rund 30 Prozent der industriellen Treibhausgasemissionen des Landes.
Die Erdarbeiten für die DRI-Anlage begannen Mitte 2024, nachdem eine vorzeitige Genehmigung erteilt worden war. Die Baustelle erstreckt sich über eine Fläche von fast 40 Fußballfeldern und liegt in unmittelbarer Nähe zum Kraftwerk Walsum in Duisburg.
Die Anlage wird mit der Midrex-Flex-Technologie betrieben, die den Einsatz verschiedener Mischungen aus Erdgas und Wasserstoff ermöglicht. Nach der Inbetriebnahme soll sie jährlich 2,5 Millionen Tonnen kohlenstoffarmes Eisen in Form von Heißbriketts (HBI) produzieren. Neben der Direktreduktionsanlage und den Schmelzaggregaten entstehen über 60 weitere Gebäude und Einrichtungen.
Die Drees & Sommer SE zeichnet für die Planungsphase verantwortlich, während die SMS Group den Bau leitet. Das Projekt wird mit 2 Milliarden Euro vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert.
Die neue Anlage markiert einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion für Thyssenkrupp. Sie ermöglicht eine deutliche Reduzierung der Emissionen, ohne die großindustrielle Produktionskapazität zu beeinträchtigen. Der Übergang von Hochöfen zu wasserstoffbasierter Technologie wird die Abläufe am Standort Duisburg nachhaltig verändern.






