Thyssenkrupp-Mitarbeiter protestieren vor Hauptversammlung gegen Dividendenpläne und Jobabbau
Nelly GirschnerThyssenkrupp Mitarbeiter fordern Dividendenverzicht - Thyssenkrupp-Mitarbeiter protestieren vor Hauptversammlung gegen Dividendenpläne und Jobabbau
Mitarbeiter von Thyssenkrupp und dem Gemeinschaftsunternehmen HKM haben kurz vor der Hauptversammlung des Konzerns eine Protestaktion organisiert. Bei der Kundgebung in Bochum forderten die Beschäftigten Arbeitsplatzgarantien und einen Stopp der Dividendenausschüttungen. Die Forderungen kommen zu einer Zeit, in der der Stahlriese eine unsichere Zukunft für seine Thyssenkrupp Aktie bevorsteht und in den kommenden Monaten mit Stellenabbau gerechnet wird.
Hunderte Arbeiter versammelten sich vor der für den 30. Januar 2026 geplanten Hauptversammlung, um ihre Sorgen zu äußern. Sie riefen CEO Miguel López und die Aktionäre auf, die vorgeschlagene Dividende von 15 Cent pro Thyssenkrupp Aktie abzulehnen – eine Ausschüttung, die das Unternehmen 93 Millionen Euro kosten würde. Stattdessen soll das Geld in den Erhalt von Arbeitsplätzen und soziale Verantwortung fließen.
Die Gewerkschaft IG Metall unterstützte den Protest und warf Thyssenkrupp vor, Gewinne über die Belegschaft zu stellen. Die Beschäftigten forderten zudem einen neuen Sozialtarifvertrag, um anstehende Entlassungen fair zu gestalten. Auch HKM-Mitarbeiter, deren Gemeinschaftsunternehmen in Schwierigkeiten steckt, schlossen sich der Aktion an – aus Sorge um ihre eigene Jobperspektive.
Die Demonstranten übergaben der Unternehmensführung eine Liste mit Forderungen, darunter der vollständige Verzicht auf Dividenden, stärkere Arbeitsplatzsicherungen und mehr soziales Engagement. Nun liegt es an der Hauptversammlung, ob die Ausschüttung genehmigt oder die Anliegen der Belegschaft berücksichtigt werden.
Der Protest unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen der Thyssenkrupp-Führung und den Beschäftigten. Wird die Dividende beschlossen, fließen 93 Millionen Euro aus dem Unternehmen ab – statt in den Schutz von Arbeitsplätzen. Das Ergebnis der Versammlung könnte die Zukunft Tausender Mitarbeiter im Konzern prägen.
