01 February 2026, 12:10

Thyssenkrupp erwartet hohen Verlust – doch die Aktie steigt um über 20 Prozent

Ein Diagramm, das Unternehmensgewinne vor und nach Steuern zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Thyssenkrupp erwartet hohen Verlust – doch die Aktie steigt um über 20 Prozent

Thyssenkrupp rechnet mit hohem Nettoverlust für das Geschäftsjahr 2025/2026 – als Grund werden hohe Restrukturierungskosten im Stahlbereich genannt. Trotz dieser Warnung hat sich die Thyssenkrupp Aktie in den vergangenen Wochen erholt und legte über 20 % zu. Am Freitag schloss sie bei 11,29 Euro. Anleger setzen weiterhin auf die langfristige Strategie des Unternehmens, zu der auch die laufenden Verhandlungen über den Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel International gehören.

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Der Industriekonzern bestätigte, im aktuellen Geschäftsjahr mit einem Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro zu rechnen. Der Fehlbetrag geht vor allem auf Rückstellungen für die Umstrukturierung des angeschlagenen Stahlgeschäfts zurück, dessen Produktionskapazität auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen reduziert werden soll. Gleichzeitig laufen die Gespräche mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe noch.

Positiv entwickelt sich hingegen die Marktkapitalisierung des Konzerns, die zu Beginn des Jahres 2026 auf 5,68 Milliarden Euro gestiegen ist – befeuert vom erfolgreichen Börsengang der U-Boot- und Marineschiffbau-Tochter TKMS im Herbst 2025. Die TKMS Aktie notiert seitdem durchgehend über dem Ausgabepreis und wurde kürzlich in den MDAX aufgenommen. Zudem verzeichnete Thyssenkrupp einen Rekordauftragsbestand von 18,2 Milliarden Euro, was auf eine starke Nachfrage in den anderen Geschäftsbereichen hindeutet.

Erst kürzlich billigten die Aktionäre eine Dividende von 0,15 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2024/2025, was einer Ausschüttung von rund 93 Millionen Euro entspricht. Die Zahlung löste jedoch Proteste von mehreren hundert Beschäftigten aus. Die IG Metall kritisierte sie als Schritt, der die Kernaktivitäten des Unternehmens schwäche. Thyssenkrupp betonte indes seine Entschlossenheit, den Restrukturierungsplan "ACES 2030" umzusetzen, und verwies auf den TKMS-Börsengang als Beleg für erste Erfolge. Der Quartalsbericht für das erste Quartal 2025/2026 soll am 12. Februar 2026 veröffentlicht werden.

Das kommende Jahr wird für den Konzern eine Herausforderung bleiben, da die Stahl-Restrukturierung die Finanzen belastet. Doch die Aktienperformance und der hohe Auftragsbestand deuten auf Vertrauen in die Gesamtstrategie hin. Die Ergebnisse der Verhandlungen mit Jindal Steel sowie die nächsten Quartalszahlen werden von Anlegern und Belegschaft gleichermaßen mit Spannung erwartet.