Theaterstück über Lübcke-Mord zeigt Deutschlands Kampf gegen Rechtsextremismus
Tom GießTheaterstück über Lübcke-Mord zeigt Deutschlands Kampf gegen Rechtsextremismus
Neue Theaterproduktion am Westfälischen Landestheater untersucht den Aufstieg des Rechtsextremismus in Deutschland
Eine neue Theaterproduktion am Westfälischen Landestheater setzt sich mit dem Erstarken des rechtsextremen Extremismus in Deutschland auseinander. Das Stück lässt sich vom Attentat auf Walter Lübcke im Jahr 2019 inspirieren, den ehemaligen Regierungspräsidenten von Kassel. Seine Ermordung war der traurige Höhepunkt jahrelanger, eskalierender Drohungen gegen Politiker und Personen des öffentlichen Lebens.
Die Produktion wird von der Familie Lübckes unterstützt und von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft.de e.V. Dortmund gefördert.
Walter Lübcke hielt am 14. Oktober 2015 bei einer öffentlichen Veranstaltung in Lohfelden eine Rede, als eine Gruppe Rechtsextremer versuchte, die Versammlung zu stören. Die Extremisten beschimpften den Politiker und versuchten, ihn während seiner Ansprache zu provozieren. Trotz der feindseligen Atmosphäre blieb Lübcke standhaft und bekräftigte sein Bekenntnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
Unter den Anwesenden an diesem Tag befand sich auch Stephan Ernst, ein Mann, der den Behörden bereits seit den 1990er-Jahren bekannt war. In den folgenden Jahren radikalisierte er sich zunehmend. 2019 gipfelten seine extremistischen Überzeugungen schließlich in der Ermordung Lübckes in dessen eigenem Zuhause.
Die neue Inszenierung des Westfälischen Landestheaters beleuchtet den größeren Kontext der rechtsextremen Radikalisierung in Deutschland. Sie zeigt die wachsenden Gefahren auf, denen Politiker ausgesetzt sind – von verbalen Angriffen bis hin zu gewalttätigen Bedrohungen. Gleichzeitig unterstreicht das Stück die Verletzlichkeit demokratischer Werte, wenn sie mit Extremismus konfrontiert werden.
Karten für die Vorstellung sind über das Zentrale Kultur- und Tourismusbüro erhältlich, telefonisch unter 02306 104-2299 oder online über den Webshop des Kulturamts. Die Preise liegen zwischen 15 und 26 Euro, ermäßigt für Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Bundesfreiwilligendienstleistende.
Die Produktion dient als eindringliche Mahnung vor den realen Folgen ungebremsten Extremismus. Indem sie sich mit der Ermordung Lübckes auseinandersetzt, lenkt sie den Blick auf die anhaltenden Risiken, denen Menschen in öffentlichen Ämtern ausgesetzt sind. Die Veranstalter hoffen, dass das Stück zu einer breiteren Reflexion über die Bedeutung der Verteidigung demokratischer Grundwerte anregt.
