11 January 2026, 20:22

Tchibo verklagt Aldi Süd wegen Dumpingpreisen für Barissimo-Kaffee

Ein Kaffeeladen an einer Straßenecke mit einer Straße im Vordergrund, einem Gebäude im Hintergrund, einigen Fahrzeugen, Bäumen und einem blauen und weißen Himmel.

Ist Kaffee zu billig? Aldi Süd und Tchibo streiten um Preise - Tchibo verklagt Aldi Süd wegen Dumpingpreisen für Barissimo-Kaffee

Tchibo geht rechtlich gegen Aldi Süd wegen der Preispolitik seiner Barissimo-Kaffeesorte vor. Der Kaffeeriese wirft dem Discounter vor, seit Ende 2023 Kaffee unter Einstandspreis zu verkaufen und damit den fairen Wettbewerb zu gefährden. Heute beginnt die Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, eine Entscheidung wird jedoch nicht sofort erwartet.

Tchibo argumentiert, dass Aldi Süds Preispolitik gegen das Wettbewerbsrecht verstößt. Laut Unternehmen wurden bestimmte Barissimo-Kaffeesorten mit Verlusten von bis zu zwei Euro pro Kilogramm verkauft. Der Fall folgt auf ein früheres Urteil des Landgerichts Düsseldorf, das Tchibos ursprüngliche Beschwerde abwies, da keine Beweise für eine Marktverzerrung vorlagen.

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Der Streit eskaliert zu einer Zeit, in der Kaffeehändler und -röstereien mit steigenden Rohstoffkosten und schlechten Ernten kämpfen. Wettbewerbsrechtsexperten wie Professor Rupprecht Podszun betonen, dass niedrige Preise erst dann illegal werden, wenn sie gezielt eingesetzt werden, um Konkurrenten zu verdrängen und später die Preise zu erhöhen. Podszun weist auch darauf hin, dass große Einzelhändler, darunter Aldi Süd, zunehmend eigene Marken produzieren – eine Entwicklung, die traditionelle Machtstrukturen in der Branche verändert. Aldi Süd hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußt oder Verluste beim Kaffeeverkauf bestätigt. Bis Januar 2026 sind keine bestätigten Details zur Position des Händlers bekannt geworden.

Das Oberlandesgericht wird den Fall nun nach Tchibos vorheriger Niederlage neu prüfen. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte dies einen Präzedenzfall für die Preisgestaltung von Handelsmarken durch Discounter schaffen. Unterdessen bleibt die Kaffeebranche weiter unter Druck durch hohe Kosten und knappe Lieferketten.