Tarifstreit im Nahverkehr NRW: ver.di droht mit Streiks nach gescheiterten Verhandlungen
Nelly GirschnerTarifstreit im Nahverkehr NRW: ver.di droht mit Streiks nach gescheiterten Verhandlungen
Die erste Runde der Tarifverhandlungen für Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen endete am 21. Januar 2023 ergebnislos. Die Arbeitgeber legten kein konkretes Angebot vor, sodass rund 30.000 Mitarbeiter ohne klare Perspektive blieben. Die Gewerkschaft ver.di kritisierte den Stillstand scharf und warnte vor möglichen Arbeitskampfmaßnahmen in der nahen Zukunft.
Die Beschäftigten fordern weitreichende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der Branche. Zu den zentralen Forderungen gehören eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten sowie ein 40-prozentiger Zuschlag für Sonntagsarbeit. Zudem verlangen sie acht bezahlte Freistellungstage für gewerkschaftliche Aktivitäten und bessere Absicherung für kurzfristig Beschäftigte und Minijobber.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand ein Rahmenabkommen mit einer Laufzeit von 24 Monaten, das vor allem durch besseres Zeitmanagement die Arbeitsbelastung verringern soll. Die Arbeitgeberseite brachte jedoch während des Treffens keine offiziellen Vorschläge ein. Stattdessen kündigte sie an, im nächsten Verhandlungsdurchgang Gegenforderungen zu präsentieren. Ver.di zeigte sich enttäuscht über die fehlende Kompromissbereitschaft und verwies auf nicht mehr tragbare Arbeitsbelastungen sowie einen zunehmenden Fachkräftemangel im öffentlichen Verkehr. Die Gewerkschaft kündigte an, die Belegschaft zeitnah über mögliche nächste Schritte zu informieren – Streiks seien weiterhin eine Option.
Die Gespräche wurden ohne Einigungen oder formelle Angebote der Arbeitgeber vertagt. Ver.di will nun die Mitglieder über das weitere Vorgehen befragen, zu dem auch Arbeitsniederlegungen gehören könnten. Die nächste Verhandlungsrunde wird zeigen, ob eine Einigung gelingt oder ob sich der Konflikt weiter zuspitzt.
