Tagespflege in Bergisch Gladbach kämpft gegen Leerstand und Existenzängste
Marlene SeifertTagespflege in Bergisch Gladbach kämpft gegen Leerstand und Existenzängste
Tagesmütter und -väter in Bergisch Gladbach kämpfen ums Überleben
In Bergisch Gladbach stehen Tagespflegepersonen vor existenziellen Problemen: Sinkende Geburtenraten und ein Ausbau der Kita-Plätze führen zu immer mehr unbesetzten Betreuungsplätzen. Die Krise treibt manche, wie Sarah Heller, Vorsitzende des lokalen Verbandes, sogar dazu, den Beruf ganz aufzugeben. Sie warnt, dass die Zukunft für diejenigen, die noch in der Branche arbeiten, düster aussieht.
Allein in der Stadt bleiben für das kommende Jahr 46 Plätze in der Kindertagespflege unbesetzt. Dennoch betonen die Betreuungskräfte, wie wichtig ihr Angebot weiterhin ist – besonders für Kinder unter drei Jahren. Viele Eltern bevorzugen zwar die familiennahe Betreuung für ihre Kleinkinder, wechseln aber oft unter Druck oder aus Sorge um spätere Chancen in eine Kita.
Die Interessengemeinschaft Kindertagespflege Bergisch Gladbach machte während der bundesweiten Aktionswoche „Gut betreut in Kindertagespflege“ auf die Missstände aufmerksam. Mit einem symbolischen „Sternmarsch“ zum Rathaus forderten die Tagespflegepersonen mehr Unterstützung. Sie werfen Kitas vor, Eltern manchmal dazu zu drängen, ihre Kinder früher abzumelden – was bei den Betreuern zu plötzlichen Lücken und finanziellen Einbußen führt.
Heller, die nach Jahren der Unsicherheit den Beruf verlässt, sagt: „Für die Kindertagespflege ist nichts Gutes in Sicht.“ Der Verband betont zwar, nicht in Konkurrenz zu Kitas stehen zu wollen, besteht aber darauf, dass die Tagespflege als zentrale Säule der frühen Förderung erhalten bleiben muss.
Mit weniger Kleinkindern und wachsender Kita-Kapazität steht die Kindertagespflege in Bergisch Gladbach vor einer ungewissen Zukunft. Die unbesetzten Plätze und die finanzielle Belastung zeigen, wie groß die Herausforderungen für die Fachkräfte sind – die trotzdem betonen, wie unverzichtbar ihre Arbeit bleibt. Die Kampagnenwoche sollte nicht nur Anerkennung, sondern auch das Überleben ihrer Tätigkeit sichern.






