Streit um Schrodtberg: SPD will Gewerbegebiet – Grüne fordern Naturschutz
Patrik WesackStreit um Schrodtberg: SPD will Gewerbegebiet – Grüne fordern Naturschutz
Pläne zur gewerblichen Erschließung des Schrodtbergs in Solingen sorgen für Streit
Die von der SPD geführte Stadtverwaltung hat Anfang 2026 eine beschleunigte Entwicklung des Schrodtbergs zum Gewerbegebiet angekündigt – und damit frühere Zusagen gebrochen, die Expansion zu begrenzen. Nun wehrt sich Bündnis 90/Die Grünen und fordert strengere Schutzmaßnahmen für die ökologische Funktion des Gebiets.
Laut dem aktuellen SPD-Vorschlag soll der Schrodtberg gemeinsam mit Fürkeltrath II zügig als grüne Zone ausgebaut werden. Diese Kehrtwende erfolgt trotz des Masterplans Arbeit und Wirtschaft 2025, der Neubauten lediglich auf dem ehemaligen Sportplatz vorsah. Die Grünen werfen der SPD vor, ihr Versprechen innerhalb eines Jahres aufgegeben zu haben und wirtschaftliche Interessen über den Umweltschutz gestellt zu haben.
Das steile Gelände des Schrodtbergs macht Bauvorhaben teuer und aufwendig. Zudem ist das Gebiet Teil des Solinger Grünzugs und dient als wichtiges Biotop. Sollte das Projekt voranschreiten, könnten Klagen von Anwohnern weitere Verzögerungen bewirken.
Die Grünen haben eigene Forderungen vorgelegt: Statt den Schrodtberg zu bebauen, sollen bestehende Gewerbeflächen genutzt werden. Zudem sollen Stöcken/Schrodtberg, Piepersberg West und Fürkeltrath II als geschützte Landschaftsbereiche ausgewiesen werden, um künftige Bebauungen zu verhindern.
Falls die SPD-Pläne umgesetzt werden, droht der Verlust der ökologischen Funktion des Schrodtbergs. Die Grünen pochen auf Alternativen und fordern die Stadt auf, Natur- und Klimaschutz vorrang einzuräumen. Rechtliche Auseinandersetzungen und hohe Baukosten könnten das Projekt noch grundlegend verändern.
