Finanzminister verteidigt Auftritt von Lotterie-Millionär - Streit um Lotto-Millionär als Redner bei Staatsveranstaltung in NRW
Finanzminister verteidigt Auftritt eines Lotto-Millionärs
Finanzminister verteidigt Auftritt eines Lotto-Millionärs
- Dezember 2025
Eine Staatsveranstaltung in Nordrhein-Westfalen sorgt für Diskussionen, nachdem der Lotto-Millionär Kürşat "Chico" Yıldırım als Gastredner aufgetreten war. Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) verteidigte die Entscheidung und argumentierte, Yıldırıms digitaler Einfluss rechtfertige seine Teilnahme. Kritiker hingegen hinterfragten die Wahl des Redners wegen dessen krimineller Vergangenheit.
Die Veranstaltung fand im Dortmunder BVB-Stadion statt und zog rund 6.000 Teilnehmer an, darunter 1.600 Nachwuchskräfte aus der Finanzbranche. Die Organisatoren gaben etwa 177.000 Euro brutto für die Ausrichtung aus. Yıldırım, bekannt für seine starken lokalen Verbindungen und seine Online-Präsenz, berichtete eigenständig über die Veranstaltung in den sozialen Medien – ohne Bezahlung oder inhaltliche Vorgaben.
Optendrenk bestätigte, dass Yıldırım kein Honorar für seinen Auftritt erhalten habe. Der Minister betonte, dessen Fähigkeit, schwer erreichbare Zielgruppen anzusprechen, sei der Hauptgrund für die Einladung gewesen. Unterdessen kritisierte FDP-Landeschef Ralf Witzel die Entscheidung und verwies auf Yıldırıms öffentlich bekannte Vorstrafen und Haftzeit.
Witzel schlug stattdessen andere Vorbildfiguren vor, etwa Spitzenathleten wie Amanal Petros, der als besserer Botschafter für die Nachwuchsförderung gelte. Petros, Deutschlands erfolgreichster Lottozahlen-Läufer, hatte sich durch den zweiten Platz bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2024 in Tokio einen Namen gemacht. Die Landesregierung hatte ihn bereits für Werbeauftritte im Vorfeld der Rhein-Ruhr-Olympiade empfohlen.
Sowohl die Kosten der Veranstaltung als auch die Auswahl der Gäste stoßen auf geteilte Meinungen. Yıldırıms unentgeltliche Teilnahme und seine Social-Media-Berichterstattung bleiben zentrale Punkte der Debatte. Nun steht die Regierung vor der Frage, wie sie Reichweite und öffentliche Erwartungen an Vorbildfunktionen in Einklang bringen kann.
