Spöttisches Gedicht über Baerbock und Habeck löst Debatte im Auswärtigen Amt aus
Tom Gieß"Bild": Aufruhr im Ministerium wegen internem Spottgedicht - Spöttisches Gedicht über Baerbock und Habeck löst Debatte im Auswärtigen Amt aus
Ein spöttisches Gedicht, das zwei ehemalige deutsche Minister auf die Schippe nimmt, hat im Auswärtigen Amt eine Debatte ausgelöst. Das unter dem Titel 'Dreh die Heizung ab, zieh einen Pulli an' veröffentlichte Werk zielt auf die Amtszeit von Annalena Baerbock und Robert Habeck in der Ampelkoalition ab. Beide Politiker hatten ihre Ämter im vergangenen September verlassen – Baerbock, um die UN-Generalversammlung zu leiten, Habeck für eine Forschungstätigkeit in Dänemark.
Das Gedicht erschien erstmals Anfang 2025 in 'InternAA', der hausinternen Mitarbeiterzeitschrift des Ministeriums. Verfasst hatte es Siegfried Geilhausen, damals Vizekonsul in Temeswar, Rumänien, unter dem Pseudonym SIGGIG. Es wurde versehentlich veröffentlicht und noch am selben Tag wieder entfernt. Zeilen wie 'Die Welt, feministisch nach Plan, gerettet werden soll – doch nicht alle lachten mit' oder 'Glatte Reden, ohne Geschick, vergaßen das Volk' spielen direkt auf die Politik von Baerbock und Habeck an.
Das Auswärtige Amt betonte später, 'InternAA' genieße redaktionelle Unabhängigkeit. Dennoch lenkte Geilhausens Werk die Aufmerksamkeit auf interne Spannungen über das Erbe der Koalition. Sowohl Baerbock als auch Habeck waren bereits Monate zuvor von ihren Ministerposten zurückgetreten und hatten damit das Ende ihrer Regierungszeit markiert.
Die kurze Veröffentlichung des Gedichts hat die anhaltenden Gräben in der Bewertung der Koalitionspolitik offenbart. Zwar distanzierte sich das Auswärtige Amt von dem Inhalt, doch der Vorfall unterstreicht die fortlaufenden Diskussionen über politische Verantwortung. Weder Baerbock noch Habeck haben sich bisher öffentlich zu der Satire geäußert.
