Solingen plant Verbot von Übernachtungen in Tunneln – doch was passiert mit Obdachlosen?
Marlene SeifertSolingen plant Verbot von Übernachtungen in Tunneln – doch was passiert mit Obdachlosen?
Ein neuer Vorschlag zielt darauf ab, Lagerplätze, Camping und Übernachtungen in Solingens Unterführungen und Tunneln zu verbieten. Der Schritt folgt monatelangen Beschwerden über unsichere und unhygienische Zustände im Stadtteil Ohligs. Die Stadtverwaltung sucht nun nach einem Ausgleich zwischen öffentlicher Sicherheit und der Unterstützung obdachloser Menschen.
Die Solinger Unterführung leidet seit Langem unter anhaltenden Problemen wie anhaltender Verschmutzung, defekter Beleuchtung und kaputten Aufzügen. Monatelang beschrieben Anwohner, Pendler und Studierende den Ort als bedrohliche "No-Go-Zone". Diese Sorgen führten zu einem Antrag der CDU im Dezember 2025, der ein vollständiges Verbot von Lagern und Übernachtungen forderte.
Der aktuelle gemeinsame Antrag greift diese Idee auf und bezieht ausdrücklich auch städtische Unterführungen und Tunnel in die Beschränkungen ein. Doch es geht nicht darum, Menschen einfach nur zu vertreiben. Stattdessen plant die Stadt, mit Obdachlosenhilfsorganisationen zusammenzuarbeiten, um Betroffene gezielt in bestehende Notunterkünfte und Unterstützungsangebote zu vermitteln.
Ein zentraler Punkt der Vorlage ist die Frage, ob Obdachlose unter bestimmten Bedingungen Hunde in Notunterkünfte mitbringen dürfen. Die nahegelegene Caritas-Einrichtung bietet bereits Übernachtungsmöglichkeiten, Hygieneeinrichtungen und Beratung an – diese Angebote will die Stadt nun aktiver bewerben. Der Bezirksrat wird den Plan in Kürze beraten; bei Zustimmung geht er zur endgültigen Abstimmung in den Solinger Stadtrat.
Sollte der Beschluss durchkommen, würden Übernachtungen in Unterführungen untersagt, während Obdachlose gezielt an verfügbare Unterkünfte verwiesen werden. Stadtverwaltung und Hilfsorganisationen wollen zudem ihre Aufklärungsarbeit ausbauen, um sicherzustellen, dass Betroffene die nötige Unterstützung erhalten. Eine Entscheidung wird nach den anstehenden Ratssitzungen erwartet.
