Sicherheitslücken bei Bank-Schließfächern: Wie Kriminelle Tresore knacken und Geldwäsche betreiben
Marlene SeifertKriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Sicherheitslücken bei Bank-Schließfächern: Wie Kriminelle Tresore knacken und Geldwäsche betreiben
Die nordrhein-westfälische Landesgruppe des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert schärfere Kontrollen von Schließfächern, um Geldwäsche zu bekämpfen. Oliver Huth, Landesvorsitzender des BDK, warnt, dass diese Fächer von Kriminellen genutzt werden könnten, um Bargeld ohne Aufsicht zu verstecken. Gleichzeitig hat ein spektakulärer Einbruch in Gelsenkirchen kürzlich weitere Zweifel an ihrer Sicherheit und Regulierung aufgeworfen.
Ende Dezember hatten Diebe ein Banktresor in Gelsenkirchen geknackt, indem sie von einem Archivraum aus ein großes Loch bohrten. Sie gelangten an fast alle 3.250 Kundenfächer, bevor sie am 29. Dezember entdeckt wurden – ausgelöst durch einen Feueralarm, der die Behörden alarmierte. Ermittler vermuten, dass die Beute möglicherweise über mehrere Tage abtransportiert wurde.
Huth betont, dass Schließfächer missbraucht werden könnten, da Banken nicht wissen, was darin aufbewahrt wird. Er verwies auf einen Fall, in dem eine Kindergärtnerin 300.000 Euro in bar in ihrem Fach deponiert hatte, und fragte, warum jemand Geld dort lagern würde, statt auf einem Sparkonto. Zwar könnten einige Mieter Opfer von Straftaten sein, die Erbstücke sichern wollen, doch gebe es keinen nachvollziehbaren Grund, Bargeld in solchen Fächern zu horten. Die sechste EU-Geldwäscherichtlinie regelt Schließfächer bisher nicht. Allerdings hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am 26. Juli 2023 Überwachungsregeln eingeführt, die Banken verpflichten, Geldwäscherisiken zu prüfen. Ein Anwalt betroffener Kunden widersprach der Behauptung, in durchsuchten Fächern seien illegale Gelder gefunden worden, und legte Beweise für rechtmäßigen Besitz vor.
Der Einbruch in Gelsenkirchen und die anhaltenden Bedenken wegen Geldwäsche setzen die Behörden unter Druck, die Kontrollen zu verschärfen. Banken müssen nun die neuen BaFin-Vorgaben für Schließfächer umsetzen, doch Kritiker fordern noch strengere Aufsicht. Die Diskussion darüber, wie Sicherheit, Datenschutz und die Verhinderung von Finanzkriminalität in Einklang zu bringen sind, dauert an.
