Schwere Vorwürfe: Solinger Bahnhof-Vergabe in der Transparenzkrise
Nelly GirschnerSchwere Vorwürfe: Solinger Bahnhof-Vergabe in der Transparenzkrise
Der Wählerverband SG Zukunft hat schwere Bedenken gegen das Vergabeverfahren für den alten Solinger Bahnhof geäußert. Ungeklärt bleiben Fragen zur Transparenz, zur Preisgestaltung und dazu, ob das Verfahren den geltenden Regeln entsprochen hat. Zudem kritisierte die Gruppe die Bergische Universität Wuppertal für ihre bisher nur begrenzte Einbindung in das Projekt.
Laut SG Zukunft hat die Stadt nicht ausreichend dargelegt, wie sich der Kaufpreis für den alten Bahnhof zusammensetzt. Es gebe weder eine nachvollziehbare Bewertungsgrundlage noch eine belastbare Kostenschätzung, so der Verband. Ohne diese Informationen sei eine Überprüfung der Fairness des Verfahrens nicht möglich.
Berichten zufolge zogen sich zwei potenzielle Bieter zurück, nachdem ihre Nachfragen unbeantwortet blieben. Zwar wurden keine weiteren betroffenen Parteien genannt, doch SG Zukunft betont, dass die ausbleibenden Antworten den Wettbewerb untergraben. Zudem stellt die Gruppe infrage, ob das Vergabeverfahren selbst korrekt durchgeführt wurde, und verweist auf Lücken in der Dokumentation einzelner Schritte.
Über die Preisfrage hinaus weist SG Zukunft auf grundsätzliche Mängel in der Projektplanung hin: Es gebe weder verbindliche Zeitpläne noch Meilensteine für die Umsetzung, sodass zentrale Phasen unklar blieben. Der Verband argumentiert darüber hinaus, Solingen solle den Erhalt und Ausbau des Lehrstuhls in der Stadt priorisieren – besonders vor dem Hintergrund der starken Unterstützung durch die lokale Wirtschaft.
Ein zentrales Problem bleibt die mangelnde Transparenz. SG Zukunft moniert, dass die Nachvollziehbarkeit der einzelnen Vergabeschritte nicht ausreichend belegt sei. Ohne klarere Unterlagen bestünden weiterhin Zweifel, ob das Verfahren rechtlichen und verfahrensmäßigen Standards entsprochen habe.
Die Kritik von SG Zukunft setzt die Stadt unter Druck, die offenen Fragen zum Vergabeverfahren zu klären. Zu den zentralen Punkten zählen die intransparente Preisfindung, die unbeantworteten Bieteranfragen sowie fehlende Projektfristen. Die Bedenken des Verbands erstrecken sich zudem auf die Rolle der Universität und die Zukunft der akademischen Verbindungen Solingens.
