14 March 2026, 22:11

Samurai-Tradition zieht von München ins bayerische Lengenwang um

Ein offenes Buch auf einer flachen Oberfläche, das eine detaillierte, farbenfrohe Illustration eines Samurai in traditionellem japanischem Stil zeigt, zusammen mit Text.

Samurai-Tradition zieht von München ins bayerische Lengenwang um

Die Hokushin Itto-Ryū Hyōhō-Schule, eine der legendärsten Samurai-Traditionen Japans, hat ihren weltweiten Hauptsitz von München in das bayerische Dorf Lengenwang verlegt. Ōtsuka Ryūnosuke, der heutige Leiter der Schule, übernahm 2016 die Führung, nachdem er jahrelang unter seinem Mentor Ōtsuka Yōichirō trainiert hatte. Der Umzug markiert einen neuen Abschnitt für diese über 200 Jahre alte Kampfkunst, die heute in acht Ländern vertreten ist.

Geboren als Markus Lösch in München, träumte Ōtsuka zunächst davon, Schriftsteller zu werden. Eine Sportverletzung lenkte seinen Fokus später auf Kampfsport – allerdings nicht sofort auf japanische Traditionen. Mit 18 zog er nach Japan, um sich in die authentischen Praktiken der Samurai zu vertiefen, und traf schließlich auf Yōichirō, den damaligen Leiter der Hokushin Itto-Ryū Hyōhō. Ihre Verbindung wurde so eng, dass Ōtsuka, um die Schule erben zu können, offiziell in die Familie seines Meisters adoptiert wurde – eine in Japan übliche Praxis, wenn Unternehmen oder Traditionen weitergegeben werden.

Die 1820 gegründete Schule zählte einst zu den drei bedeutendsten Samurai-Akademien Japans. Unter Ōtsukas Führung unterhält sie heute Zweige in Japan, Deutschland, Italien, Ungarn, Österreich, Polen, der Schweiz und Großbritannien. Die Trainings finden in der Turnhalle von Lengenwang statt, während auf seinem Bauernhof internationale Seminare zu Kampfkünsten und japanischen Bräuchen veranstaltet werden.

Ōtsukas Vision geht über das reine Kampftraining hinaus: Er verwandelt sein Anwesen in ein kulturelles Zentrum. Der Garten soll zu einem Freiluft-Dōjō werden, eine alte Scheune wird Meditationsräume beherbergen, und ein japanischer Schrein ist geplant. Regelmäßige Matsuri (Straßenfeste), Grillabende und Nachbarschaftstreffen sollen die Gemeinschaft stärken. Zwar werden genaue Schülerzahlen und globale Trainingsstandorte nicht preisgegeben, doch der Einfluss der Schule wächst stetig.

Der Umzug nach Lengenwang zentralisiert die Aktivitäten der Schule und erweitert gleichzeitig ihre kulturelle Ausstrahlung. Ōtsukas Pläne für einen Schrein, Feste und offene Trainings spiegeln sein Ziel wider, Kampfdisziplin mit gemeinschaftlichem Respekt zu verbinden. Mit Niederlassungen in acht Nationen verbindet die Hokushin Itto-Ryū Hyōhō-Tradition heute jahrhundertealtes Samurai-Erbe mit moderner internationaler Praxis.

Quelle