10 February 2026, 14:36

RWE droht mit Abwanderung: Netzausbau in Deutschland bremst Energiewende aus

Eine Liniengrafik, die die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem beschreibendem Text.

RWE-Chef Krebber: Netzausbau wird zum Problem - RWE droht mit Abwanderung: Netzausbau in Deutschland bremst Energiewende aus

Energiekonzern RWE warnt: Zögerlicher Netzausbau könnte Investitionen ins Ausland treiben

RWE-Chef Markus Krebber hat auf der Fachmesse E-world in Essen vor den Folgen der stockenden Netzausbauprojekte in Deutschland gewarnt. Auf der Veranstaltung, zu der über 1.100 Aussteller aus 33 Ländern zusammenkamen, betonte das Unternehmen, dass Verzögerungen bei der Anbindung neuer Projekte die Energiewende im Land gefährden könnten.

Krebber bezeichnete die Engpässe im Stromnetz als das "größte Hindernis" im deutschen Energiesystem. Neue Rechenzentren und Kraftwerke müssten teilweise jahrelang auf Netzanschlüsse warten – was die Entwicklung massiv bremse. Gleichzeitig machte er deutlich: Sollten sich die Rahmenbedingungen in Deutschland weiter verschlechtern, werde RWE "ohne Zögern" Investitionen in andere Regionen verlagern.

Der Vorstandsvorsitzende relativierte zudem Bedenken, ein möglicher Rückgang beim Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland könnte das Unternehmen belasten. Ein solcher Rückschlag hätte "überhaupt keine Auswirkungen" auf die Gesamtgeschäfte von RWE, so Krebber. Stattdessen pochte er auf einen schnelleren und kostengünstigeren Netzausbau, um zukünftige Projekte abzusichern.

Auf der E-world präsentierten Branchenvertreter zwar Technologien, die die Energiewende beschleunigen sollen. Dennoch hat RWE seit 2020 keine detaillierten globalen Zahlen mehr zu seinen Wind- und Solarvorhaben veröffentlicht. Die fehlende Transparenz wirft Fragen über das Ausmaß der internationalen Verpflichtungen des Konzerns auf.

Die Warnungen von RWE unterstreichen die Dringlichkeit, die deutsche Netzinfrastruktur zu modernisieren. Ohne schnellere Anschlüsse drohen neue Energieprojekte ins Stocken zu geraten – mit der Folge, dass Kapital ins Ausland abfließt. Die Haltung des Unternehmens deutet darauf hin, dass politische und infrastrukturelle Verzögerungen darüber entscheiden könnten, wo künftig erneuerbare Energien ausgebaut werden.

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