Rücktritt des SWB-Chefs Hermes mitten im Bonner Immobilienskandal
Der Vorstandsvorsitzende der Bonner Stadtwerke (SWB), Olaf Hermes, hat seinen Rücktritt bekanntgegeben – mitten in einem anhaltenden Immobilienskandal. Hermes hatte die Affäre bereits im Dezember aufgedeckt und dabei mutmaßliche Versuche lokaler Politiker offenbart, in ein Grundstücksgeschäft auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar einzugreifen. Sein Abschied erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen große Investitionen und Sparmaßnahmen im ÖPNV-Bereich vorbereitet.
Hermes hatte 2022 die Führung der Bonner Stadtwerke übernommen und Ende vergangenen Jahres erstmals auf den Streit um die Immobiliengeschäfte am Flughafen Hangelar hingewiesen. Eine vom Versorger in Auftrag gegebene juristische Prüfung ergab, dass der Deal möglicherweise "nicht frei von externen Einflüssen und Interessenkonflikten" gewesen sei. Das Unternehmen plant nun, einen vertraulichen Bericht zu der Angelegenheit an die Bonner Staatsanwaltschaft zu übermitteln.
Obwohl der Aufsichtsrat Hermes und dem Vorstand weiterhin das Vertrauen ausgesprochen hatte, nannte er den Verlust des Vertrauens in die lokale Politik als Grund für seinen Rückzug. Die Staatsanwaltschaft hat bisher noch keine konkreten rechtlichen Schritte wegen des Verdachts der Einflussnahme angekündigt.
Hermes bestätigte, dass er das Unternehmen bis zum Sommer verlassen werde, und betonte, dass es keine Umstände gebe, die diese Entscheidung rückgängig machen könnten. Sein Abgang fällt in eine kritische Phase, in der die Stadtwerke umfangreiche Finanzpläne vorantreiben und gleichzeitig Kostensenkungen im Bonner Nahverkehr umsetzen müssen.
Der Rücktritt hinterlässt die Bonner Stadtwerke in einer Führungsphase des Umbruchs, während sie sich sowohl finanziellen Herausforderungen als auch den Folgen des Immobilienskandals stellen müssen. Das Unternehmen wird seine internen Ermittlungen fortsetzen und die Staatsanwaltschaft informieren, auch wenn bisher keine unmittelbaren rechtlichen Konsequenzen absehbar sind. Mit Hermes' Abschied endet eine turbulente Phase für die Unternehmensführung.