Regionalflughäfen in NRW kämpfen um ihr Überleben vor EU-Subventionsstopp 2027
Nelly GirschnerRegionalflughäfen in NRW kämpfen um ihr Überleben vor EU-Subventionsstopp 2027
Regionalflughäfen in Nordrhein-Westfalen stehen vor ungewisser Zukunft
Die kleinen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen kämpfen um ihr Überleben, da der finanzielle Druck immer größer wird. Ab April 2027 zwingen strengere EU-Vorgaben Regionalflughäfen, ohne staatliche Subventionen auszukommen – für viele könnte das das Aus bedeuten. Unternehmen und lokale Verantwortliche warnen bereits vor dem Verlust wichtiger Verbindungen und den wirtschaftlichen Folgen.
Der Flughafen Münster Osnabrück ist derzeit auf jährliche Kredite in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro von seinen kommunalen Gesellschaftern angewiesen, um überhaupt kostendeckend zu arbeiten. Die Anlage ist ein zentraler Knotenpunkt für ansässige Firmen, darunter WEICON, deren Geschäftsführerin Ann-Katrin Weidling den Flughafen regelmäßig für Dienstreisen nutzt. Doch selbst diese Unterstützung könnte unter den neuen EU-Regeln nicht ausreichen, die volle finanzielle Eigenständigkeit verlangen.
Die Lufthansa prüft bereits, ob ihre Strecke von Münster Osnabrück nach München weiterhin wirtschaftlich tragbar ist. Lokale Unternehmen befürchten, dass ein Wegfall dieser Verbindung ihre Wettbewerbsfähigkeit schwächen würde. Gleichzeitig verzeichnete der Flughafen Dortmund 2024 ein Defizit von 1,8 Millionen Euro, das nur durch öffentliche Mittel ausgeglichen werden konnte.
Hohe Betriebskosten verschärfen die Lage: In Deutschland fallen für die Landung eines Airbus A320 Gebühren von etwa 5.000 Euro an – in Italien sind es nur 2.000 Euro, in Belgien 1.800 Euro und in Spanien sogar nur 700 Euro. Bundesverkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) unterstützt zwar die verschärften EU-Regeln, kritisiert aber das Fehlen einer nationalen Strategie zur Konsolidierung der Flughäfen. Der Luftfahrtexperte Christoph Brützel zweifelt daran, dass eine Senkung der Fluggastabgaben den kleinen, kämpfenden Airports spürbar helfen würde.
Ohne weitere Hilfen könnten einige Regionalflughäfen in Nordrhein-Westfalen gezwungen sein, zu schließen oder ihren Betrieb stark einzuschränken. Der Verlust von Strecken wie Münster Osnabrück–München würde lokale Unternehmen und Lieferketten schwer treffen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich diese Flughäfen anpassen können – oder ob sie an den neuen finanziellen Anforderungen zugrunde gehen.






