RAW-Gelände in Berlin: Kulturschock nach gescheiterten Verhandlungen mit der Kurth Group
Patrik WesackRAW-Gelände in Berlin: Kulturschock nach gescheiterten Verhandlungen mit der Kurth Group
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes in Friedrichshain bleibt nach fast elf Jahren Verhandlungen ungewiss. Der renommierte soziokulturelle Hotspot steht auf der Kippe, nachdem die Gespräche zwischen dem Bezirk und dem Eigentümer, der Kurth Group, gescheitert sind. Noch am Samstagabend herrschte auf dem Gelände reges Treiben – mit einer öffentlichen Fußball-Übertragung und anderen Veranstaltungen.
Die Kurth Group hatte das RAW-Gelände 2015 erworben. Seither versucht der Bezirk, eine Balance zwischen städtebaulicher Entwicklung und dem Erhalt der subkulturellen Identität des Ortes zu finden.
2022 einigte man sich darauf, 70 Projekte durch niedrige Mieten für 30 Jahre zu sichern. Doch 2024 zog sich die Gruppe aus den Verhandlungen zurück – mit der Begründung, die im Mai ausgehandelte Rahmenvereinbarung komme den Interessen Berlins entgegen und weiche von früheren Absprachen ab.
Die Gespräche waren 2023 wiederaufgenommen worden, ein möglicher Deal sollte bis Mai stehen. Doch der Bezirk verweigerte vorzeitige Baugenehmigungen. Der Investor erklärt nun, das Planungsverfahren sei „endgültig gescheitert“, da der Bezirk nicht vollumfänglich kooperiere.
Die Kurth Group setzt auf Wohnungsbau, was das RAW-Gelände in seiner heutigen Form beenden könnte. Der seit 20 Jahren dort ansässige Club Cassiopeia muss trotz gezahlter Miete bis Monatsende räumen. Auch andere langjährige Projekte stehen vor dem Aus.
Ohne abgeschlossenes Planungsverfahren und Unterstützung des Bezirks kann der Investor nicht vorankommen. Der Verlust von Institutionen wie der Cassiopeia markiert einen Einschchnitt für das Gelände. Die soziokulturelle Bedeutung des RAW-Areals steht nun auf dem Spiel.






