Pflegeheimkosten explodieren: Familien zahlen über 3.000 Euro monatlich dazu
Marlene SeifertKostenexplosion im Pflegeheim: Grüne fordern Pflegeobergrenze von 1.000 Euro - Pflegeheimkosten explodieren: Familien zahlen über 3.000 Euro monatlich dazu
Bewohner von deutschen Pflegeheimen mussten im Juli 2023 durchschnittlich mehr als 3.000 Euro pro Monat aus eigener Tasche zahlen. Die Zahl unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung für Familien, da die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten übernimmt. Nun drängen politische Parteien und Entscheidungsträger auf Reformen, um die Situation zu entlasten.
Die Grünen schlagen eine Obergrenze von 1.000 Euro monatlich für Eigenanteile in stationären Pflegeeinrichtungen vor. Gleichzeitig hat Gesundheitsminister Warken eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eingesetzt, um das System grundlegend zu reformieren. Erste Empfehlungen könnten bereits in der kommenden Woche vorliegen.
Die finanzielle Belastung für Pflegeheimbewohner variiert dabei stark zwischen den Bundesländern. In Bremen lag der durchschnittliche Eigenanteil bei 3.449 Euro, in Nordrhein-Westfalen bei 3.427 Euro. Beide Werte liegen deutlich über dem Bundesschnitt und zwingen viele Familien, die Lücke zwischen den Versicherungsleistungen und den tatsächlichen Kosten selbst zu schließen.
Während des jüngsten Wahlkampfs sprachen sich sowohl die SPD als auch die Grünen für eine monatliche Obergrenze von 1.000 Euro bei den Zuzahlungen für Pflegeheimplätze aus. Die Grünen gingen mit weiteren Forderungen noch einen Schritt weiter: Sie fordern die vollständige Erstattung von Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige sowie die Übernahme pandemiebedingter Mehrkosten. Zudem soll die Finanzierung der Pflegeausbildung künftig nicht mehr aus der Pflegeversicherung, sondern aus allgemeinen Steuermitteln bestritten werden. Um das System gerechter zu gestalten, schlagen die Grünen vor, die Einkommensgrenze für Pflegebeiträge anzuheben und die Bemessungsgrundlage zu erweitern. Die von Gesundheitsminister Warken einberufene Arbeitsgruppe zur Reform der Pflegeversicherung finalisiert derzeit ihre Vorschläge. Die Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet.
Die geplanten Reformen zielen darauf ab, die finanzielle Belastung für Familien mit Angehörigen in der Pflege zu verringern. Sollte die Obergrenze von 1.000 Euro monatlich eingeführt werden, würde dies die Eigenbeteiligung für viele Bewohner deutlich senken. Die weiteren Schritte der Regierung hängen nun von den Empfehlungen der Arbeitsgruppe und der politischen Unterstützung für die Änderungen ab.
