Pfändungsschutzkonten: Warum Betroffene oft ohne Geld dastehen
Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung warnt vor anhaltenden Problemen bei Pfändungsschutzkonten
Während der Aktionswoche Schuldnerberatung hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung auf weiterhin bestehende Mängel bei Deutschlands Pfändungsschutzkonten (P-Konten) hingewiesen. Monatlich sind zwischen 300.000 und 350.000 Girokonten von Kontopfändungen betroffen – doch Verzögerungen und Inkonsistenzen im System, das eigentlich den Schutz von Existenzmitteln gewährleisten soll, bleiben bestehen.
Wird ein Pfändungsbeschluss erlassen, sperren Banken umgehend sämtliche Gelder auf einem herkömmlichen Girokonto. Betroffene müssen ihr Konto dann erst in ein P-Konto umwandeln, um Zugang zu den gesetzlich geschützten Freibeträgen zu erhalten. Doch wie Caritas Kempen-Viersen berichtet, kommt es dabei häufig zu Verzögerungen – mit der Folge, dass Kontoinhaber zeitweise keinen Zugang zu dringend benötigten Mitteln haben.
Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei Caritas Viersen, fordert nun dringend politische Reformen. Sie verlangt klare Vorgaben für Banken, besser geschultes Personal sowie konsequente Sanktionen bei Verstößen. Zudem müssten leicht zugängliche Beratungsangebote geschaffen werden, um einen rechtzeitigen Schutz für gepfändete Konten zu garantieren.
Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz von Caritas Viersen telefonische Sprechstunden an. Die Organisation unterhält Schuldnerberatungsstellen in Viersen, Dülken und Schwalmtal, um Betroffenen zu helfen.
Eigentlich sollen P-Konten einen festgelegten monatlichen Freibetrag automatisch sichern. Doch in der Praxis werden diese Schutzmechanismen oft nicht zeitnah umgesetzt. Beraterinnen und Berater fordern daher strengere Regulierungen und eine bessere Kontrolle, um unnötige finanzielle Notlagen zu verhindern.






