03 February 2026, 22:45

Olaf Scholz feiert Weiberfastnacht zwischen Strategie und karnevalistischer Tradition

Ein altes Plakat, das das Eidgen Schützenfest in Frauenfeld, Deutschland bewirbt, zeigt einen Mann in einem Anzug und eine Frau in einem Kleid nebeneinanderstehend, mit Details des Ereignisses darauf geschrieben.

Olaf Scholz feiert Weiberfastnacht zwischen Strategie und karnevalistischer Tradition

Bundeskanzler Olaf Scholz wird den diesjährigen Weiberfastnacht auf besondere Weise begehen. Statt an öffentlichen Feiern teilzunehmen, besucht er ein nicht öffentlich zugängliches Strategietreffen in der Nähe von Brüssel. Im Mittelpunkt der Beratungen steht die Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit Europas – doch auch in die spätere Sitzung mit dem Bundeskabinett will er etwas karnevalistischen Geist einbringen.

Geboren am 11. November 1955, verbindet Scholz eine persönliche Geschichte mit der Tradition. Seine rheinische Großmutter aus Andernach sowie seine Wurzeln im Sauerland, wo der Karneval tief verwurzelt ist, prägen seine Verbindung zu den Festlichkeiten.

Der Weiberfastnacht, auch als Weiberfastelovend oder "Frauenkarneval" bekannt, blickt im Rheinland auf eine lange Geschichte zurück. Im Mittelalter nutzten Frauen die Zeit vor der Fastenperiode zum Singen, Tanzen und Feiern. Im 19. Jahrhundert lehnten sich Wäscherinnen gegen die von Männern dominierten Zünfte auf, und in den 1950er-Jahren entstand der Brauch, Männern die Krawatten abzuschneiden. Heute symbolisiert der Tag die "Herrschaft der Frauen" und läutet die Straßenkarnevalssaison ein – mit Umzügen und symbolischen Schlüsselübergaben in Städten wie Köln, Arnsberg und Potsdam.

Scholz hat mehrfach auf die Bedeutung seines Geburtstagsdatums, den 11. November, im Karnevalskalender hingewiesen. Drei seiner "runden Geburtstage" (mit 22, 33 und 44 Jahren) fielen auf dieses Datum, das im Karneval eine besondere Rolle spielt. Trotz seines vollen Terminkalenders hat er seine Verbundenheit mit der Tradition stets betont und politische Pflichten mit regionalem Brauchtum verbunden.

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Später am Tag trifft der Kanzler mit Teilen des Bundeskabinetts zusammen. Dabei will er auch in den offiziellen Rahmen etwas karnevalistische Stimmung tragen – ein Zeichen dafür, wie tief die Feierkultur selbst in die hohe Politik ausstrahlt.

Der Weiberfastnacht bleibt ein zentraler Bestandteil der rheinischen Identität: eine Mischung aus Rebellion, Festfreude und Gemeinschaft. Scholz' Teilnahme – ob in Strategiegesprächen oder Kabinettssitzungen – zeigt, wie die Tradition über lokale Feste hinauswirkt. Seine persönliche und politische Verbindung zum Karneval spiegelt dessen anhaltende Bedeutung in der deutschen Kultur wider.