NRW will mit Wasserstoff Europas erste klimaneutrale Industrieregion werden
Tom GießNRW will mit Wasserstoff Europas erste klimaneutrale Industrieregion werden
Nordrhein-Westfalen will Europas erste klimaneutrale Industrieregion werden. Der Bundesland setzt dabei auf Wasserstoff als zentrales Instrument, um die Emissionen in energieintensiven Branchen wie Chemie, Stahl und Ziegelproduktion zu senken. Nun geht es darum, konkrete Schritte zu unternehmen, um grünen Wasserstoff bezahlbar und flächendeckend verfügbar zu machen.
Die Industrie des Landes – von Chemiewerken über Zementfabriken bis hin zu Stahlhütten – ist für ihre Hochtemperaturprozesse bisher auf fossile Brennstoffe angewiesen. Der Umstieg auf Wasserstoff könnte ihren CO₂-Ausstoß deutlich verringern. Ein Vorreiter ist etwa das Ziegelwerk Janinhoff in Münster, das bereits Tests mit grünem Wasserstoff durchführt, um seine Produktion zu modernisieren.
Doch eine große Hürde bleibt: die Kostenlücke zwischen klimaneutralem Wasserstoff und günstigeren fossilen Alternativen. Um diese zu schließen, prüft das Land Instrumente wie Klimaschutzverträge nach dem Carbon-Contract-for-Difference-Modell. Diese würden Herstellern einen stabilen Preis garantieren und grünen Wasserstoff wettbewerbsfähiger machen.
Auch die Schaffung von Leitmärkten und die öffentliche Beschaffung spielen eine zentrale Rolle. Indem der Staat langfristige Abnahmegarantien für Wasserstoff gibt, kann er eine stetige Nachfrage erzeugen und Lieferanten dazu bewegen, ihre Produktion hochzufahren. Projekte wie Trailblazer in Oberhausen und REFYNE in Wesseling liefern bereits grünen Wasserstoff für lokale Fabriken und den Verkehr.
Die H2.NRW-Wasserstoffkoordinierungsstelle fungiert als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen und Akteure. Sie unterstützt Betriebe bei der Beantragung von Fördermitteln, der Umsetzung von Projekten und der Vernetzung mit Partnern. Mit seiner zentralen Lage, dem wachsenden erneuerbaren Energiesektor und starker politischer Rückendeckung strebt Nordrhein-Westfalen eine Führungsrolle in Europas Wasserstoffwirtschaft an.
Die Strategie des Landes kombiniert gezielte finanzielle Förderung, Nachfragesicherheit und praxisnahe Projekte, um den Umstieg auf grünen Wasserstoff zu beschleunigen. Gelingen diese Maßnahmen, könnten sie sowohl die industrielle Wettbewerbsfähigkeit als auch die langfristige Energieversorgung sichern. Jetzt kommt es darauf an, die Pläne in allen Schlüsselsektoren in die Tat umzusetzen.
