NRW überholt Berlin und Bayern als Deutschlands Film-Hauptstadt mit Rekordwachstum
Nelly GirschnerStudie: NRW ist die Nummer Eins in der TV-Produktionsbranche - NRW überholt Berlin und Bayern als Deutschlands Film-Hauptstadt mit Rekordwachstum
Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich zur führenden Drehscheibe für Film- und Fernsehproduktionen in Deutschland entwickelt. Im Jahr 2024 entfiel mit 44 Prozent fast jeder zweite Produktionsminute bundesweit auf das Land – deutlich vor Bayern und Berlin. Ein Boom an Großprojekten und steigende Investitionen treiben dieses Wachstum voran: Allein in NRW flossen 1,2 Milliarden Euro von Sendern in lokale Produktionen.
Die Zahl der Film- und Fernsehprojekte in NRW ist seit 2022 um über 30 Prozent gestiegen und wird 2025 voraussichtlich bei rund 250 Produktionen liegen. Hochkarätige Serien wie der "Tatort Köln" (plus 120 Minuten) oder "Alarm für Cobra 11" (erweitert um 200 Minuten) trugen dazu bei, ebenso wie Kinofilme wie die Fortsetzung "Good Bye, Lenin! 2" (80 Minuten). Insgesamt erreichte NRW damit eine jährliche Produktionszeit von 1.200 Stunden – zwei Prozentpunkte mehr als noch 2022.
Die Erfolgsstory basiert auf einer starken Branchenstruktur. In NRW sind 158 Produktionsfirmen ansässig, viele davon in Köln, darunter ITV Studios Germany, Just Friends Productions und die deutsche Tochter von Warner Bros. Die deutschen Sender investierten 2024 insgesamt 2,9 Milliarden Euro in Film und Fernsehen – fast die Hälfte davon floss in NRW-Projekte.
Bundesweit sank die Gesamtzahl der Produktionsminuten 2024 zwar um drei Prozent auf 751.000, doch die Nachfrage nach Streaming-Inhalten explodierte. Als Reaktion führte die Politik neue Regeln ein, die Plattformen wie Netflix und Disney+ verpflichten, europäische Produktionen zu fördern. Zudem stockte der Bund die Filmförderung um zusätzliche 120 Millionen Euro auf.
Mit einem Produktionsanteil von 44 Prozent liegt NRW nun klar vor Bayern (19 Prozent) und Berlin (13 Prozent). Das Land profitiert von einer dichten Studio-Landschaft, wachsenden Investitionen und einem stetigen Strom an Prestige-Projekten. Dank neuer Fördergelder und der Streaming-Nachfrage steht die Branche vor weiterem Wachstum.
