NRW kündigt Porr-Vertrag: Rheinbrücke Leverkusen mit schweren Stahlmängeln
Tom GießNRW kündigt Porr-Vertrag: Rheinbrücke Leverkusen mit schweren Stahlmängeln
Nordrhein-Westfalen hat den Vertrag mit dem Bauunternehmen Porr für die neue Rheinbrücke in Leverkusen gekündigt. Ministerpräsident Hendrik Wüst begründete den Schritt mit schweren Mängeln an den Stahlbauteilen. Die Entscheidung soll die Fertigstellung des Projekts beschleunigen, die nun für Mitte 2028 erwartet wird.
Im Mittelpunkt des Streits stehen systematische Fehler in den Stahlteilen der Brücke. Wüst beendete auf Basis von Fachgutachten und in Absprache mit der Bundesregierung die Vereinbarung, um weitere Verzögerungen zu vermeiden. Das Projekt umfasst zwei parallele Brücken, von denen eine bereits in Betrieb ist, während die zweite noch gebaut wird. Aktuell laufen die Stahlbauarbeiten, und die Installation der Pylone ist für September 2026 geplant.
Der Rechtsstreit wird nun vor dem Landgericht Köln ausgetragen. Porr hat eine Klage über mehr als 200 Millionen Euro eingereicht, die erbrachte Leistungen und ausstehende Zahlungen abdecken soll. Gleichzeitig fordert die Bundesregierung über 350 Millionen Euro Schadensersatz. Das gesamte finanzielle Risiko – inklusive Zinsen – könnte sich auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen. Eine Güteverhandlung zur Prüfung der Ansprüche ist für den 16. Oktober 2023 angesetzt.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer betonte, das Land erwarte selbst im Falle einer gerichtlichen Niederlage keine negativen Folgen.
Die Vertragskündigung hat einen juristischen Machtkampf mit hohen Einsatz ausgelöst. Beide Seiten streben erhebliche finanzielle Entschädigungen an, wobei die Gesamtforderungen in die Milliarden gehen. Trotz des laufenden Streits bleibt das Projekt auf Kurs für eine Fertigstellung bis Mitte 2028.
