19 June 2026, 10:08

NRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Solarparks ein

NRW: Leitlinie für Ausgleichsflächen in Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen löst Kritik aus

NRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Solarparks ein

Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen veröffentlicht. Darin wird ein Punktesystem eingeführt, um Teilbereiche dieser Anlagen landesweit einheitlich zu klassifizieren.

Der Leitfaden nutzt eine Bewertungsskala von null bis fünf, um die ökologische Qualität zu ermitteln. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten null Punkte und erfordern einen vollständigen Ausgleich. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet – ebenso wie die Flächen direkt unter den Modulen.

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Für die Zwischenräume zwischen den Modulreihen hängt die Punktzahl vom angestrebten Biotoptyp ab. Hier können Abzüge von einem halben bis zu einem ganzen Punkt vorgenommen werden. Die Behörde empfiehlt konkrete Gestaltungsvorgaben für eine naturverträgliche Ausführung, darunter Reihenabstände von mindestens fünf Metern, Modultische mit einer lichten Höhe von mindestens 0,8 Metern sowie eine fundamentfreie Bauweise.

Nordrhein-Westfalen plant, seine Photovoltaik-Kapazität von derzeit 13,21 Gigawatt bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt auszubauen und bis 2040 auf 50 Gigawatt zu steigern. Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat jedoch Bedenken geäußert: Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage der Bewertung und kritisiert, dass die Einstufung der Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig ausfalle.

Der Leitfaden legt erstmals verbindliche Kriterien fest und soll so Ausgleichsmaßnahmen für Solarparks standardisieren. Ziel ist es, den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem ökologischen Schutz in Einklang zu bringen. Das Land verfügt nun über einen klaren Rahmen für Projektentwickler und Umweltprüfungen.

Quelle