19 March 2026, 14:16

NRW führt Landarztquote ein – doch Westfalen-Lippe bleibt ohne Hausärzte zurück

Balkendiagramm, das die Anzahl der Menschen zeigt, die in Deutschland mit Krebs diagnostiziert wurden, mit begleitendem erklärendem Text.

Mangel an Hausärzten in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - NRW führt Landarztquote ein – doch Westfalen-Lippe bleibt ohne Hausärzte zurück

Nordrhein-Westfalen (NRW) ist das erste deutsche Bundesland, das eine Landarztquote einführt, um den akuten Mangel an Hausärzten zu bekämpfen. Das Programm hat bereits Zusagen von 1.100 Medizinstudierenden erhalten, die nach ihrem Abschluss ein Jahrzehnt lang als Allgemeinmediziner in unterversorgten Regionen arbeiten werden. Gleichzeitig verzeichnet die Region Westfalen-Lippe die schwerwiegendsten Engpässe in der hausärztlichen Versorgung des Landes – mit nur 61 Hausärzten pro 100.000 Einwohner, der niedrigsten Quote bundesweit.

Die prekäre Situation in Westfalen-Lippe hat scharfe Kritik der SPD ausgelöst, die Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vorwirft, die Krise nicht ausreichend zu bekämpfen. Aktuelle Zahlen des Bundesärzteregisters bestätigen, dass die Region unter den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland den letzten Platz belegt. Zum Vergleich: Mecklenburg-Vorpommern führt mit 76,8 Hausärzten pro 100.000 Einwohner, während Baden-Württemberg auf 63,7 und Thüringen auf 68,1 kommt.

Laumann verteidigt seine Politik und argumentiert, dass nachhaltige Lösungen mehr Zeit benötigten als eine einzige Legislaturperiode. Er verwies auf das 2009 gestartete Hausarztprogramm, das bereits über 1.000 neue Praxen in unterversorgten Gebieten gefördert habe – wobei 80 Prozent der Mittel in Westfalen-Lippe flossen. Die SPD hingegen hält die Maßnahmen für unzureichend, um die Belastung in der Grundversorgung spürbar zu verringern.

Im Rahmen der neuen Landarztquote werden die ersten Absolventen 2030 in den Beruf einsteigen. Das Programm verpflichtet sie zu zehn Jahren Tätigkeit in ländlichen und unterversorgten Gebieten NRWs. Behörden hoffen, dass dies die medizinische Versorgung langfristig stabilisiert, doch Kritiker fragen, ob die Verzögerung die bestehenden Versorgungslücken weiter verschärfen wird.

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Da die ersten Ärzte aus dem NRW-Landarztprogramm erst 2030 verfügbar sein werden, bleibt Westfalen-Lippe vorerst auf bestehende Fördermaßnahmen angewiesen. Angesichts der bereits jetzt bundesweit niedrigsten Hausarztdichte wird sich in den kommenden Jahren zeigen, ob sich die Versorgungssituation entspannt oder weiter zuspitzt. Der langfristige Erfolg des Landes hängt davon ab, ob es gelingt, die neu ausgebildeten Mediziner in Regionen zu halten, in denen die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt.

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