Neue Wolfsjagd-Regeln spalten NRW: Schafzüchter atmen auf, Naturschützer warnen
Patrik WesackNeue Wolfsjagd-Regeln spalten NRW: Schafzüchter atmen auf, Naturschützer warnen
Lockerung der Wolfsjagd: Was Umweltschützer und Schafzüchter sagen
Teaser: Bundesregierung lockert Wolfsjagd: Neue Regeln wegen Gloria und Co. – wie NRW-Schäfer und Umweltschützer reagieren.
Artikeltext:
Die neuen Regeln zur Wolfsjagd sorgen in Nordrhein-Westfalen (NRW) für Diskussionen zwischen Schafzüchtern und Naturschützern. Die Bundesregierung hat kürzlich die Vorschriften gelockert und den Bundesländern mehr Spielraum bei der Regulierung der Wolfspopulation eingeräumt. Der Schritt folgt auf wiederholte Angriffe durch Wölfe wie Gloria, die trotz Schutzmaßnahmen Nutztiere gerissen hat.
Im August 2024 tötete die Wölfin Gloria auf dem Hof von Erich Specht in Hünxe zwei Schafe – obwohl Zäune errichtet waren. Später griff sie in einem weiteren Vorfall ein weiteres Schaf an. Wegen ihrer wiederholten Attacken wurde Gloria als "Problemwolf" eingestuft, was die Bundesregierung veranlasste, Wölfe im Jagdrecht neu zu klassifizieren.
Die überarbeiteten Bestimmungen ermöglichen es den Ländern, "Populationsmanagement" zu betreiben, sobald die Wolfszahlen stabil sind. Das bedeutet, dass Behörden Wölfe erlegen dürfen, die Zäune überwinden und Nutztiere bedrohen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt die Änderung und schlägt vor, zwischen Juni und Oktober 40 Prozent des jährlichen Zuwachses an Jungwölfen zu bejagen.
Aktuell leben in Deutschland 209 Wolfsrudel, vor allem in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen, während NRW sechs Rudel beherbergt. Im vergangenen Jahr rissen Wölfe bundesweit über 4.300 Nutztiere – trotz Schutzmaßnahmen wie Zäunen und Herdenschutzhunden. Allein 2025 verzeichnete NRW 61 Wolfssichtungen und 21 getötete Nutztiere.
Naturschützer warnen, dass die Bejagung Rudelstrukturen zerstören und die Angriffe sogar verschlimmern könnte. Sie fordern stattdessen besseren Herdenschutz. Schafzüchter und Landwirte hingegen begrüßen die Neuregelungen und hoffen auf weniger Verluste.
Das neue Jagdrecht überträgt den Ländern mehr Verantwortung: Sie können Gebiete mit hohem Wolfsvorkommen ausweisen und die Bestände flexibler regulieren. Ziel ist es, Bürokratie abzubauen und schneller auf steigende Abschussanträge zu reagieren. Die Debatte zwischen Tierschützern und Nutztierhaltern bleibt indes ungelöst.
