Mordprozess in Krefeld: Angeklagter soll Chefin in New Yorker-Filiale erstochen haben
Nelly GirschnerMordprozess in Krefeld: Angeklagter soll Chefin in New Yorker-Filiale erstochen haben
Ein 25-jähriger Mann aus Afghanistan steht seit dieser Woche vor dem Landgericht Krefeld, wo er sich wegen des Mordes an seiner Vorgesetzten im vergangenen Mai verantworten muss. Die Bluttat ereignete sich in einer Filiale der Modekette New Yorker, wo das Opfer zahlreichen Messerstichen erlag. Der Prozessbeginn zog zahlreiche Zuschauer an und stößt auf großes öffentliches Interesse.
Der Vorfall spielte sich kurz vor Ladenschluss in einem Pausenraum des Geschäfts ab. Der Angeklagte, ein Mitarbeiter des Unternehmens, soll seine 48-jährige Chefin erstochen haben, die noch am Tatort ihren Verletzungen erlag. Während der ersten Verhandlungshauptverhandlung schwieg der Beschuldigte durchgehend.
Psychiatrische Gutachten deuten darauf hin, dass der Angeklagte an paranoider Schizophrenie leidet. Seine Verteidiger plädieren auf Schuldunfähigkeit mit der Begründung, seine Erkrankung habe ihm die Einsicht in das Unrecht seiner mutmaßlichen Tat genommen. Das Gericht hat seine Einlassung für die nächste Sitzung am 20. November angesetzt.
Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann eine lebenslange Freiheitsstrafe. Alternativ könnte das Gericht seine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung auf unbestimmte Zeit anordnen – angesichts der diagnostizierten psychischen Erkrankung.
Die Fortsetzung des Prozesses steht noch in diesem Monat an, wenn der Angeklagte vor Gericht Stellung nehmen soll. Die Entscheidung wird darüber entscheiden, ob er eine Haftstrafe verbüßt oder in eine langfristige psychiatrische Behandlung kommt. Der Fall wird weiterhin aufmerksam von Freunden und Kollegen des Opfers sowie der Öffentlichkeit verfolgt.






