Mobbingvorwürfe gegen NRW-Bauministerin Scharrenbach erschüttern das Ministerium
Marlene SeifertScharrenbach bietet Mitarbeitern nach Vorwürfen Gespräche an - Mobbingvorwürfe gegen NRW-Bauministerin Scharrenbach erschüttern das Ministerium
Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach sieht sich mit Vorwürfen wegen Mobbing und einer giftigen Arbeitsatmosphäre in ihrem Ministerium konfrontiert. Berichte von Der Spiegel und dem WDR zufolge waren hochrangige Beamte bereits Monate vor der Bundestagswahl 2025 über die Missstandsvorwürfe informiert.
Die Ministerin hat inzwischen Fehler in ihrem Führungsstil eingeräumt und versprochen, die von Mitarbeitenden geäußerten Bedenken anzugehen.
Laut Angaben eines Personalvertreters wurde Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei, bereits im Januar 2025 über Fehlverhalten in Scharrenbachs Ministerium unterrichtet. Der WDR bestätigte später, dass Liminski vor der Wahl über die Mobbingvorwürfe in Kenntnis gesetzt worden war. Liminski räumte ein, dass im Zuge der Umstrukturierung der Digitalverwaltungsabteilung zu Beginn der Legislaturperiode Fragen aufgetaucht seien.
Der Spiegel veröffentlichte ein internes Schreiben, in dem die Arbeitsatmosphäre im Ministerium als von "Angst und Einschüchterung" geprägt beschrieben wird. Ein anonymer hochrangiger Beamter wurde mit den Worten zitiert: "Diese Frau hat mich zerstört." Die Vorwürfe veranlassten Scharrenbach, am Donnerstag eine öffentliche Stellungnahme abzugeben, in der sie Mängel in ihrem persönlichen Arbeitsstil einräumte.
Als Reaktion kündigte die Ministerin konkrete Maßnahmen an, um die Führungsprozesse zu verbessern. Dazu gehören gemeinsame Gespräche mit betroffenen Mitarbeitenden sowie die Einbindung des Betriebsrats. Zudem bot sie persönliche Gespräche mit denjenigen an, die Kritik geäußert hatten, und betonte, dass sie die Vorwürfe ernst nehme.
Öffentliche Unterlagen geben keine Auskunft über spezifische Veränderungen der Arbeitsatmosphäre in der Digitalverwaltungsabteilung des Ministeriums zwischen Scharrenbachs Amtsantritt 2022 und März 2026.
Scharrenbach hat sich verpflichtet, die Vorwürfe durch direkten Dialog und strukturelle Reformen aufzuarbeiten. Die nächsten Schritte des Ministeriums sehen eine Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und den betroffenen Mitarbeitenden vor. Ob diese Maßnahmen Wirkung zeigen, bleibt abzuwarten.






