Mobbing und sexualisierte Gewalt: Drei Polizeichefs in Mönchengladbach suspendiert
Nelly GirschnerMobbing und sexualisierte Gewalt: Drei Polizeichefs in Mönchengladbach suspendiert
In Mönchengladbach haben die Behörden ein Ermittlungsverfahren gegen drei hochrangige Polizeibeamte wegen schwerwiegender Vorwürfe zu Fehlverhalten eingeleitet. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Kollegen durch Mobbing, sexualisierte Sprache und unangemessenes Verhalten belästigt zu haben. Alle drei Verdächtigen sind inzwischen vorläufig vom Dienst suspendiert worden, während die Untersuchungen andauern.
Der Fall kam Mitte April in der Polizeidirektion Mönchengladbach erstmals ans Licht. Die beschuldigten Beamten – allesamt Männer in Führungspositionen – sehen sich Vorwürfen wegen grenzüberschreitenden Fehlverhaltens über einen Zeitraum von mehreren Jahren ausgesetzt. Die Opfer sollen überwiegend Kollegen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren sein.
Polizeipräsident Stephan Zenker hat das Thema bereits intern aufgegriffen. Parallel dazu hat die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ein förmliches strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zudem gibt es weitere Vorwürfe gegen andere Mitglieder der 18 Personen starken Einheit, bisher wurden jedoch keine zusätzlichen Suspendierungen vorgenommen.
Patrick Schlüter, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), fordert eine lückenlose Aufklärung des Falls. Gleichzeitig betonte er, dass die Unschuldsvermutung während des gesamten Verfahrens gewahrt bleiben müsse.
Die drei suspendierten Beamten bleiben weiterhin Gegenstand der Ermittlungen, während die gesamte Einheit unter Beobachtung steht. Das Ergebnis der strafrechtlichen Untersuchungen wird entscheiden, ob weitere disziplinarische oder rechtliche Konsequenzen folgen. Einen Zeitrahmen für den Abschluss der Ermittlungen haben die Behörden bisher nicht genannt.






