01 February 2026, 14:14

Mittelstand in der Zerreißprobe: Warum Evonik-Chef Kullmann vor AfD-Kontakten warnt

Ein deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa und Textinformationen über die Partei.

Evonik-Chef warnt kleine Unternehmen davor, sich an die AfD anzunähern - Mittelstand in der Zerreißprobe: Warum Evonik-Chef Kullmann vor AfD-Kontakten warnt

Ein aktueller politischer Streit hat die deutschen Mittelstandsunternehmen in die Kritik gerückt. Die Kontroverse begann, als der Verband der Familienunternehmen (Stiftung Familienunternehmen) AfD-Abgeordnete zu einem parlamentarischen Abend im Oktober 2025 einlud. Dieser Schritt löste scharfe Kritik aus, darunter auch vom Evonik-Chef Christian Kullmann, der vor einer Annäherung an die rechtspopulistische Partei warnte.

Die Einladung an AfD-Vertreter stieß auf sofortige Ablehnung. Kritiker argumentierten, dass ein Dialog mit der Partei das Risiko berge, ihre Positionen zu normalisieren. Angesichts der wachsenden Empörung zog der Verband der Familienunternehmen die Einladung später zurück.

Evoniks Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann verurteilte öffentlich die Tendenz einiger Mittelständler, sich der AfD zuzuwenden. Er führte diese Entwicklung auf Ängste vor wirtschaftlichem Niedergang und sozialer Instabilität zurück. Kullmann betonte, dass eine solche Zusammenarbeit demokratische Werte untergraben könne, und rief Unternehmen dazu auf, jede Kooperation mit der rechtsextremen Gruppierung abzulehnen.

Evonik, ein bedeutender Industriekonzern mit über 30.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 15,2 Milliarden Euro im Jahr 2024, verfügt über erheblichen Einfluss in der deutschen Wirtschaft. Größter Anteilseigner ist die RAG-Stiftung mit knapp 47 Prozent der Anteile. Derweil hat sich auch die Stiftung Familienunternehmen deutlich von der AfD distanziert.

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Trotz der Debatte gibt es keine klaren Daten darüber, ob der Vorfall die politische Ausrichtung der Mittelstandsunternehmen verändert hat. Die Diskussion hat jedoch die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und politischen Grundsätzen innerhalb der deutschen Wirtschaftselite offengelegt.

Die Kontroverse spaltet die Wirtschaft: Während einige Unternehmen weiterhin politische Bündnisse prüfen, haben andere eine klare Haltung gegen die AfD bezogen. Die weiteren Entwicklungen könnten künftige Beziehungen zwischen Industrievertretern und rechtsextremen Parteien in Deutschland prägen.