Millionenraub bei Sparda Bank Hessen: 3.250 Schließfächer geplündert und unentdeckt abtransportiert
Marlene SeifertKriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Millionenraub bei Sparda Bank Hessen: 3.250 Schließfächer geplündert und unentdeckt abtransportiert
Dreiste Räuber erbeuten Millionen bei Einbruch in Schließfächer der Sparda Bank Hessen
Bei einem spektakulären Coup haben Diebe Schließfächer der Sparda Bank Hessen geplündert und dabei Beute im Millionenwert erbeutet. Der Einbruch wurde erst am 29. Dezember entdeckt, nachdem ein Feueralarm ausgelöst worden war. Fast alle der 3.250 Schließfächer wurden aufgebrochen. Die Ermittler vermuten, dass die Täter die Beute möglicherweise über mehrere Tage hinweg abtransportiert haben, bevor der Diebstahl bemerkt wurde.
Der Raub zählt zu den größten seiner Art – der geschätzte Schaden beläuft sich auf über 30 Millionen Euro. Die Täter drangen zunächst in einen Archivraum ein, bevor sie ein großes Loch in den Tresor bohrten. Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie ähnlicher spektakulärer Überfälle, darunter der Raub bei der DKB (Deutsche Kreditbank) Basel 2018 und der berüchtigte Coup auf die Société Générale in Nizza 1976, bei dem innerhalb von zwei Tagen Bargeld, Gold und Schmuck im Wert von 46 Millionen Franken gestohlen wurden.
Die Bund Deutsche Kriminalbeamter (BDK) warnt seit Langem vor den Risiken unregulierter Schließfächer. Oliver Huth, Landesvorsitzender der BDK in Nordrhein-Westfalen, kritisiert, dass diese Fächer es jedermann ermöglichen, Bargeld ohne jede Kontrolle zu lagern – und damit möglicherweise organisierter Kriminalität Vorschub zu leisten. Selbst nach der sechsten EU-Geldwäscherichtlinie unterliegen Schließfächer keinerlei Regulierung, sodass Banken keinen Einblick in die Inhalte haben. Huth berichtete von einem Fall, in dem er in einem Schließfach einer Kindergärtnerin 300.000 Euro in bar vorfand – ein Beispiel dafür, dass selbst scheinbar unbescholtene Personen große Summen verstecken. Zwar lagern manche Mieter Familienerbstücke in den Fächern, doch Huth stellt infrage, warum jemand Bargeld in einem Schließfach aufbewahren sollte, statt es auf ein Bankkonto einzuzahlen. Ein Anwalt, der betroffene Kunden vertritt, widersprach den Vorwürfen illegaler Gelder und betonte, dass viele Geschädigte den rechtmäßigen Besitz ihrer Hinterlegungen nachweisen könnten.
Der Einbruch in Gelsenkirchen hat die Forderungen nach schärferen Kontrollen für Schließfächer neu entfacht. Da Banken nicht überwachen können, was in den Fächern gelagert wird, befürchten die Behörden, dass diese weiterhin ein attraktives Ziel für Kriminelle bleiben. Die BDK setzt sich weiterhin für Reformen ein, um künftige Diebstähle und Geldwäsche zu verhindern.
