Mega-Razzia in Münster: Zoll durchsucht Wohnungen und Firmen wegen Lohnbetrugs
Patrik WesackMega-Razzia in Münster: Zoll durchsucht Wohnungen und Firmen wegen Lohnbetrugs
Zollbehörden starten Großrazzia in Münster und Senden
Heute haben die Zollfahndungsstellen in Münster und Senden eine großangelegte Aktion gestartet. Rund 110 Zollbeamte, 40 Bundespolizisten und Staatsanwälte sind im Einsatz. Die Maßnahme ist das Ergebnis monatelanger Ermittlungen wegen des Verdachts auf Lohnbetrug und Untreue.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht ein 33-jähriger Mann, dem vorgeworfen wird, ein nicht angemeldetes Bauunternehmen geführt zu haben. Er soll Löhne vorenthalten, Sozialversicherungsbeiträge nicht abgeführt und Arbeitgeberpflichten ignoriert haben. Um seine Machenschaften zu verschleiern, habe er seine Anschrift verheimlicht, Konten ins Ausland verlagert und zeitweise eine 54-jährige Frau als Strohfrau für das Unternehmen vorgeschoben.
Auch ein 61-jähriger Mitarbeiter, der auf den Baustellen des Unternehmens tätig war, wurde festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er den Hauptverdächtigen durch seine Beteiligung an der Geschäftsführung und illegalen Aktivitäten unterstützt hat. Eine zweite Frau steht unter Verdacht, in das kriminelle Netzwerk verwickelt zu sein.
Das Hauptzollamt Münster vollstreckte heute Morgen zwei Haftbefehle. Die Beamten durchsuchen derzeit sieben Objekte, darunter vier Wohnungen und drei Geschäftsräume. Ein Team mit drei Spürhunden ist im Einsatz, um verstecktes Bargeld aufzustöbern.
Erste Erkenntnisse aus der Razzia werden noch für heute erwartet. Die Höhe des insgesamt veruntreuten Geldes haben die Behörden bisher nicht bestätigt. Die Ermittlungen dauern an, während weitere Beweise gesichert werden.
