Martín La Roche verwandelt Wiesbaden in einen begehbaren Gedächtnispalast
Patrik WesackMartín La Roche verwandelt Wiesbaden in einen begehbaren Gedächtnispalast
Der chilenische Künstler Martín La Roche verwandelt den Nassauischen Kunstverein Wiesbaden in einen begehbaren Gedächtnispalast. Seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland mit dem Titel "Memory Palace" eröffnet am 28. März 2025. Die Schau macht jeden Raum des Hauses zu einem räumlichen Modell von Erinnerung und Denken.
Die Ausstellung läuft bis zum 15. Juni 2025 und ist dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie an Wochenenden von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Besucher sind eingeladen, die Räume zu erkunden, mit ihnen zu interagieren und über eigene Erinnerungen nachzudenken.
La Roche beschäftigt sich seit Langem mit den Themen Sammeln, Erinnern und Archivieren. Seine Arbeit verwischt oft die Grenze zwischen persönlicher und kollektiver Erinnerung. Über Jahre hinweg hat er Miniaturkunstwerke von Künstlern aus aller Welt gesammelt – jedes Stück so klein, dass es in einen Hut passt. Diese tragbare Sammlung, "Musée Légitime" genannt, wird Teil der größeren "Memory Palace"-Ausstellung.
Die Schau erstreckt sich über alle Räume des Nassauischen Kunstvereins, darunter das Foyer, das Spielzimmer, die Bibliothek und den Wintergarten. Jeder Bereich erfüllt eine eigene Funktion in diesem Gedächtnisexperiment. Im Spielzimmer können Besucher an "Sandplay" teilnehmen, einer interaktiven Installation, bei der sie Gegenstände auswählen, persönliche Assoziationen abrufen und diese im Sand anordnen.
Andere Bereiche wie der Videoraum, der Ausstellungssaal und das Archiv bieten unterschiedliche Zugänge zum Thema Erinnerung. Der Farbenraum und das Inventarzimmer erweitern das Erlebnis weiter. Gemeinsam bilden sie ein begehbares Archiv – teils Gespräch, teils Experiment –, das zur Reflexion und Verbindung anregt.
In der Wilhelmstraße 15 in Wiesbaden gelegen, bietet der Nassauische Kunstverein den Rahmen für dieses immersive Projekt. La Roches Ansatz verwandelt das gesamte Gebäude in ein lebendiges Modell dafür, wie Erinnerung funktioniert.
Die Ausstellung bleibt bis zum 15. Juni 2025 mit festen Öffnungszeiten während der Woche geöffnet. Indem er den Kunstverein in einen interaktiven Erinnerungsraum verwandelt, lädt La Roche die Besucher ein, ihre eigenen Geschichten einzubringen. Das Projekt markiert seine erste große Einzelpräsentation in Deutschland und eröffnet eine neue Perspektive auf das Verhältnis von Kunst und Erinnerung.






