02 February 2026, 08:08

Mainz feiert Karnevalsauftakt mit Ticketpflicht und weniger Besuchern als je zuvor

Eine Menschenmenge steht vor einer Karussellfahrt in der Nacht, beleuchtet von Lichtern und umgeben von Gebäuden mit Namensschildern, mit Bäumen und Feuerwerk im Hintergrund.

Mainz feiert Karnevalsauftakt mit Ticketpflicht und weniger Besuchern als je zuvor

Mainz startet mit lebhafter, aber kleinerer Karnevalsfeier in die Session

Mit einer ausgelassenen, aber weniger gut besuchten Feier als sonst hat Mainz die Karnevalssaison eröffnet. Um 11.11 Uhr am 11. November versammelten sich 9.000 Jecken auf dem Schillerplatz, um den Auftakt der Fastnacht zu begehen. Die Stimmung war festlich, doch einige Traditionen wurden in diesem Jahr verändert – darunter strengere Zugangsregeln und erstmals seit 2023 ein Ticketzwang.

Bürgermeister Nino Haase eröffnete die Feierlichkeiten mit einem fröhlichen Ausruf: "Helau nach Mainz – es ist soweit: Die Fastnacht ist zurück, in voller Pracht!" Seine Worte gaben den Ton an für einen Tag voller Musik, Kostüme und Tanz. Den Auftakt auf der Bühne machten die Mainzer Hofsänger, die ihr bevorstehendes 100-jähriges Jubiläum feierten.

Doch die Veranstaltung präsentierte sich in diesem Jahr anders. Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) führte Besucherobergrenzen ein, begrenzte die Teilnehmerzahl auf 9.000 Personen und verlangte Eintrittskarten. Diese seit 2023 geltende Regelung stößt bei lokalen Gruppen wie dem Mainzer Narren Club auf Kritik. Viele bemängeln, dass die Ticketpflicht traditionellen Teilnehmern den Zugang erschwere und die Fastnacht kommerzieller und weniger gemeindeorientiert wirke. Selbst der Balkon des Osteiner Hofs blieb für die meisten gesperrt und war nur ausgewählten Journalisten vorbehalten.

Die Sicherheitsvorkehrungen waren streng: Rund um den Schillerplatz galt ein Messerverbot. Die Polizei meldete lediglich einen Verstoß – eine Person hatte ein Langschwert und eine Attrappe einer Schusswaffe dabei. Insgesamt blieb die Atmosphäre friedlich, auch wenn zehn Strafanzeigen erstattet wurden, vor allem wegen Beleidigungen und kleinerer Körperverletzungen. Die traditionelle Uhr auf dem Schillerplatz war hinter einer großen Leinwand verborgen, die den Countdown zum offiziellen Start zeigte.

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Trotz der Änderungen blieb die Stimmung unter den Besuchern hoch. "Fastnacht für alle!" skandierte die Menge und verband damit Vorfreude mit einem Hauch von Protest gegen die neuen Beschränkungen. Im Vergleich zu früheren Jahren füllten jedoch deutlich weniger Menschen die Innenstadt – ein Zeichen für die Auswirkungen des Ticketystems und eine veränderte Haltung gegenüber dem Event.

Der Start des Mainzer Karnevals 2024 brachte Feierlaune, zeigte aber auch Anzeichen des Wandels. Mit der nun üblichen Ticketpflicht äußern örtliche Karnevalsvereine weiterhin Bedenken hinsichtlich Zugang und Tradition. Die Polizei bescheinigte der Veranstaltung einen weitgehend geordneten Ablauf, doch die kleinere Besucherzahlen und strengeren Kontrollen markieren eine deutliche Abkehr von den Vorjahren.