Mainz 05-Kultgruppe Allerscheenste pausiert – kann der neue Chef die Tradition retten?
Nelly GirschnerMainz 05-Kultgruppe Allerscheenste pausiert – kann der neue Chef die Tradition retten?
Die Allerscheenste, eine traditionsreiche Mainz 05 Karnevalsgesellschaft, setzt ihre berühmten Sitzungen vorerst aus. Bekannt für ihren scharfen Dialekt-Humor und lebendige Fastnachts-Bräche, pausiert die Gruppe 2025 und 2026. Die Entscheidung fällt in die Amtszeit des neuen Vorsitzenden Holger Bartz, der die Zukunft der Gesellschaft neu beleben will.
Gegründet 1986, avancierte die Allerscheenste schnell zu einer festen Größe im Mainz 05 Karneval. Ihre Mitglieder wählten einen Clown als Symbol und versammelten sich unter dem Motto „Gott Jokus ist unser Chef, der Augustinerkeller unsere Burg“. Jahrzehntelang zogen ihre Veranstaltungen in der Kneipe an der Augustinerstraße mit ungeschminktem Witz und lokalem Charme die Massen an.
Seit 1996 verleiht die Gesellschaft zudem den Preis Aller-Allerscheenste an verdiente Karnevalspersönlichkeiten. Doch sinkende Beteiligung zwingt nun zur Pause: 2026 finden keine Sitzungen statt. Holger Bartz, der neu gewählte Vorsitzende, löst nach 14 Jahren Karin Junker ab. Sein Ziel ist klar: neue Mitglieder gewinnen und den Platz der Allerscheenste in der Mainz 05 Fastnachtskultur sichern. Alle drei Wochen treffen sich Interessierte nun im Augustinerkeller in der Altstadt. Die Mitgliedschaft kostet nur 1,11 Euro im Monat – ein kleiner Preis, um die Tradition am Leben zu halten. Unter Bartz’ Führung plant die Gesellschaft, 2027 mit neuer Energie zurückzukehren.
Die Pause bedeutet eine seltene Unterbrechung für eine Gesellschaft, die einst das Herzstück der Fastnachts-Feiern war. Ob es Bartz gelingt, die Allerscheenste zurück an die Spitze der Mainz 05 Karnevalsszene zu führen, hängt vom Erfolg seiner Werbeoffensive ab. Der Augustinerkeller bleibt vorerst still – doch vielleicht nicht mehr lange, wenn die Wiederbelebung klappt.
