Kunstakademie Düsseldorf hält umstrittene Künstler-Diskussion trotz Protesten ab
Patrik WesackPalästinensischer Künstler tritt nicht an der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält umstrittene Künstler-Diskussion trotz Protesten ab
Eine geplante an der Kunstakademie Düsseldorf mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif hat für Kontroversen gesorgt. Jüdische Organisationen fordern die Absage der und verweisen dabei auf ihre Aktivitäten in sozialen Medien. Die Akademie hat sich jedoch entschieden, die Diskussion unter strengen Auflagen durchzuführen.
Das Netzwerk jüdischer Akademiker:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Jüdische Gemeinde Düsseldorf hatten die Abschaffung der gefordert. Sie verwiesen auf Beiträge al-Sharifs, in denen ihrer Ansicht nach Terrorismus verherrlicht und antisemitische Hetze gegen Israel verbreitet werde.
Die Akademie hatte al-Sharif ursprünglich aufgrund ihres international anerkannten künstlerischen Schaffens ausgewählt. Nach der Kritik führte die Hochschulleitung jedoch Gespräche mit den studierenden Organisator:innen, um klare Richtlinien festzulegen. Die geplante Diskussion wird nun von Studierenden moderiert und durch zusätzlichen Kontext eingerahmt, um einen respektvollen Austausch zu gewährleisten.
In einer Stellungnahme zur Kritik betonte die Akademie erneut ihre ablehnende Haltung gegenüber Antisemitismus und der Verherrlichung von Gewalt. Gleichzeitig unterstrich sie ihr Bekenntnis zur künstlerischen Freiheit und zur offenen Auseinandersetzung mit dem Werk von Künstler:innen.
Die wird wie geplant stattfinden, allerdings mit zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen, um den Bedenken Rechnung zu tragen. Die Entscheidung der Akademie zeigt die Gratwanderung zwischen Meinungsfreiheit und der Ächtung von Hassrede. Jüdische Gruppen bleiben jedoch bei ihrer Ablehnung von al-Sharifs Teilnahme unnachgiebig.
